Ein russisches Frachtschiff, das vor 17 Monaten nach mysteriösen Explosionen vor der südöstlichen Küste Spaniens sank, könnte Atomreaktoren für U-Boote an Nordkorea transportiert haben. Dies zeigen neue Berichte zu dem Ereignis. Bereits kurz nach dem Vorfall stand entsprechende Theorie im Vordergrund.
Das 142 Meter lange Schiff Ursa Major ging am 23. Dezember vor der Küste Murcias unter. Bereits elf Stunden vor dem Untergang hatte der Kapitän des Frachters einen Notruf abgesetzt. Als spanische Rettungskräfte zum Schiff eilten, wurden sie von russischen Begleitschiffen angewiesen, sich zurückzuhalten.
Rätsel um Untergang
Kurz darauf kam es zu Explosionen an Bord. Zwei Crewmitglieder starben.
Um kurz nach Mitternacht sank der Frachter schliesslich und liegt nun in 2500 Metern Tiefe. Die genauen Umstände des Untergangs sowie die Ursache sind nach wie vor unklar.
Nun zeigen Recherchen von «CNN», dass ein Torpedo-Angriff eines westlichen Staates Grund für den Untergang gewesen sein könnte. Dadurch sollte möglicherweise verhindert werden, dass das Schiff Reaktoren an Nordkorea liefert.
Plötzlich tauchte Spionageschiff auf
Offiziell transportierte das Schiff «ungefährliche Waren», darunter Container, Kräne und Wartungsmaterialien. Doch die Route und die Umstände des Untergangs weckten Misstrauen. Einem Bericht der spanischen Zeitung «La Verdad» zufolge, deuten Regierungsdokumente auf Reaktoren als Fracht hin. Madrid hatte sich im Februar 2025 entsprechend geäussert. Der Kapitän des Schiffes habe angegeben, dass die «Ursa Major» «Komponenten für zwei Atomreaktoren» transportiert habe.
Eine Woche nach dem Untergang sei das Wrack der «Ursa Major» zudem von der «Jantar», einem mutmasslichen, russischen Spionageschiff, aufgesucht worden. Wie eine mit den spanischen Ermittlungen vertraute Quelle gegenüber «CNN» sagte, blieb die «Jantar» fünf Tage an der Untergangsstelle und soll dort vier Explosionen ausgelöst haben – möglicherweise, um Überreste des Wracks am Meeresgrund zu zerstören.