Ukrainischer Ex-General sieht Moskau im Nachteil
«Russlands Vorstossfähigkeit ist gebrochen»

Der ehemalige ukrainische Top-General Oleksandr Syrskyi sieht Russland durch seine Angriffsstrategie im Ukraine-Krieg im Nachteil. Moskau habe hohe Verluste eingebüsst, während Kiew die Offensivkraft des Kremls gebrochen habe.
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Der ehemalige ukrainische Top-General Oleksandr Syrskyi geht davon aus, dass die russische Offensive im Krieg «gebrochen sei».
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  •  Ex-General Syrskyi nennt russische Offensive in Ukraine «gebrochen»
  • Russlands Verluste sechsmal höher, 500'000 Soldaten seit 2022 gefallen
  • 2026 eroberte Russland nur 61 km², im September mehr Gebiete verloren als gewonnen laut ISW-Bericht
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Sandra MarschnerRedaktorin News-Desk

Die russische Offensive in der Ukraine ist laut dem ehemaligen ukrainischen Oberbefehlshaber General Oleksandr Syrskyi «gebrochen». In einem exklusiven Interview mit der BBC erklärte er, dass die Verluste der russischen Seite sechsmal höher seien als die der Ukraine, wobei die Zahl der Toten sogar elfmal grösser sei.

Obwohl keine offiziellen Zahlen veröffentlicht wurden, schätzen britische Geheimdienste, dass Russland seit Beginn der Invasion 2022 rund eine halbe Million Soldaten verloren hat. Das US-amerikanische Zentrum für Strategische und Internationale Studien (CSIS) geht hingegen davon aus, dass in der Ukraine bis Juni 2026 bis zu 150'000 Soldaten gefallen seien.

Moskau verzeichnet Gebietsverluste

Syrskyi, der im Sommer 2026 nach einem Konflikt mit dem damaligen Verteidigungsminister Mykhailo Fedorov entlassen wurde, betonte: «In den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 hat Russland insgesamt nur 61 Quadratkilometer erobert. Dies zeigt, dass die Frontlinie stabilisiert wurde.» Ein Bericht des Instituts für Kriegsstudien (ISW) bestätigt diesen Trend: Moskau habe im September 2026 mehr Territorium verloren als gewonnen.

Syrskyi, der 2024 zum Oberbefehlshaber ernannt wurde, widersprach Kritikern, die ihn als zu «altmodisch» bezeichneten. Unter seiner Führung habe die Ukraine die Drohnentechnologie revolutioniert, betonte er. Dennoch kritisierten einige Soldaten, dass sie auf Befehl Syrskyis in fast eingekesselten Stellungen ausharren mussten, was hohe Verluste zur Folge hatte.

Gleichzeitig warnte der Ex-General jedoch eindringlich vor Russlands potenziellen Expansionsplänen in Europa. «Unsere europäischen Partner sollten jetzt mit den Vorbereitungen beginnen und sich keine Illusionen machen, dass der Krieg nicht kommen wird», sagte er BBC. Auch betonte er, dass die Kriegsführung in Zukunft immer technologischer werde, mit verstärktem Einsatz von Robotik und künstlicher Intelligenz.

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