Darum gehts
- Nato-General Grynkewich warnte Russland in Warschau
- Seine «Theorie des Sieges» soll Nato-Gebiet schützen
- Drohnenvorfälle häufen sich; Krieg sei nicht absehbar
«Im Angriffsfall sind wir heute Nacht bereit, zu kämpfen, morgen aber noch besser vorbereitet – und an jedem Tag danach noch mehr.» Der Ton war scharf, am Montag in Warschau. An einem Sicherheitsforum, an dem unter anderem Wolodimir Selenski (48) teilnimmt, warnte der ranghöchste Nato-Kommandant, der Amerikaner Alexus Grynkewich (54), Russland, ohne das Land beim Namen zu nennen. Er stellte seine «Theorie des Sieges» vor. Sie soll es ermöglichen, jeden Angriff auf das Gebiet des Bündnisses abzuwehren.
«Niemand sollte unsere defensive Haltung mit Schwäche verwechseln», sagte er. Alle Kräfte zu Land, in der Luft und zu Wasser, aber auch die Cyberfähigkeiten würden mobilisiert, um den Gegner zu «blockieren, abzuschwächen und zu brechen». Grynkewich versicherte: Jeder Vorstoss gegen Nato-Gebiet wäre zwecklos. «Wenn jemand dumm genug ist, uns anzugreifen, werden wir kämpfen.»
Nicht attackieren, nur verteidigen
Die Antwort auf einen Angriff erfolge zunächst am Boden, um den Vorstoss zu stoppen. Danach kämen verschiedene Mittel zum Einsatz, darunter Drohnen und künstliche Intelligenz, um die russische Kommandostruktur zu zerschlagen. Als letztes Mittel sei die Rede davon, die russischen Kampfmittel mit klassischeren Mitteln zu zerstören, nämlich mit Kampfflugzeugen und Raketen.
«Wir wollen unserem Gegner keine strategische Niederlage beibringen, und das müssen wir auch nicht. Wir wollen lediglich jeden Angriff stoppen», kommentierte er weiter. Die Präsentation des Plans erfolgt zu einer Zeit, in der sich russische Drohneneinflüge in Gebiete von Nato-Staaten 2026 gehäuft haben.
Russland wird beschuldigt, die Reaktionen der Nato auf seine Provokationen zu testen. Deutschland macht Russland beispielsweise für den Vorfall mit drei bewaffneten Drohnen am Flughafen Leipzig am 4. August 2026 verantwortlich.
Trotz der markigen Rede des amerikanischen Generals will dieser nicht den Eindruck erwecken, seine Präsentation solle uns auf einen Kriegsausbruch vorbereiten. «Ich gehe nicht davon aus, dass ein Konflikt unmittelbar bevorsteht oder unvermeidlich ist. Das ist er nicht», sagte er.