Darum gehts
- Xi Jinping besucht Nordkorea am 8. und 9. Juni 2026
- Kim Jong Un zeigt Atomwaffenanlage vor Xis Ankunft
- Nordkorea liefert Waffen und Truppen für Russlands Ukraine-Krieg
Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping (72) besucht kommende Woche Nordkorea. Wie die staatlichen Medien beider Länder am Freitag mitteilten, wird Xi von Montag bis Dienstag zu einem Staatsbesuch in Pjöngjang erwartet. Es ist seine erste Reise in das international isolierte Land seit Juni 2019.
Der Besuch gilt als wichtiges Signal in einer Phase wachsender geopolitischer Spannungen. Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un (42) hat seine Beziehungen zu Russland in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut. Nach Angaben westlicher Regierungen und Geheimdienste unterstützt Pjöngjang Moskau im Krieg gegen die Ukraine mit Waffenlieferungen und Truppen. Gleichzeitig bemüht sich Kim aber auch um eine engere Zusammenarbeit mit China, dem wichtigsten Handelspartner und Unterstützer Nordkoreas.
Peking will Einfluss sichern
Beobachter sehen in Xis Reise den Versuch Pekings, seinen Einfluss auf den Nachbarstaat zu festigen. «Während Nordkorea seine Beziehungen zu Russland vertieft, versucht China mit Xis Besuch, seinen Einfluss in Pjöngjang zu bekräftigen und seine strategischen Interessen in Nordostasien zu sichern», sagte William Yang von der Denkfabrik International Crisis Group.
Die Reise erfolgt nur einen Tag nach der Vorstellung einer neuen nordkoreanischen Anlage zur Herstellung von Materialien für Atomwaffen. Südkoreanische Militärvertreter gehen davon aus, dass es sich um eine Urananreicherungsanlage handelt. Kim kündigte bei einem Besuch der Einrichtung an, die nuklearen Streitkräfte des Landes «exponentiell» auszubauen.
Experten werten die Präsentation der Anlage als bewusste Machtdemonstration vor Xis Ankunft. Kim wolle den Status Nordkoreas als Atommacht weiter festigen und langfristig eine Lockerung der internationalen Sanktionen erreichen.