Er kam aus bescheidenem Haus und stieg schnell auf
Die Geschichte des Epstein-Clans – was machen seine Verwandten heute?

Jeffrey Epstein war der Sohn einer jüdischen Einwandererfamilie. Wir zeigen, wer alles zu Epsteins privatem Kreis gehört und wie hart sich seine Eltern das Leben verdienen mussten.
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Ein Bild aus einem Geburtstagsbuch: Jeffrey Epstein mit seinen Eltern Seymour und Pauline.
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Darum gehts

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Guido FelderAusland-Redaktor

Bescheiden, rechtschaffen und fleissig: Jeffrey Epstein (†66) wuchs in einer typischen Arbeiterfamilie auf, die sich nichts zuschulden kommen liess. Sowohl der Vater als auch die Mutter – beides Nachkommen jüdischer Einwanderer aus Osteuropa – hatten Jobs bei der New Yorker Stadtverwaltung. Ihr Ziel: ihren beiden Söhnen ein gemütliches Heim bieten und eine gute Ausbildung ermöglichen.

Wie konnte Jeffrey Epstein derart aus der Bahn geraten? Wer hat ihn in seinem Leben wie beeinflusst? Wir stellen seine Familie und Geliebten vor und sagen, was am Gerücht seiner unehelichen Kinder dran ist.

Der Vater: Seymour George Epstein (1916–1991)

Jeffreys Vater hat nur den beruflichen Aufstieg seines Sohnes zum Investmentbanker mitbekommen, aber nicht den Absturz in die Kriminalität. Er starb 1991 an den Folgen eines Unfalls, noch bevor die ersten Vergehen Jeffreys bekanntwurden.

Ganz anders als sein Sohn später musste Seymour sein Geld mit harter körperlicher Arbeit verdienen. Er war Angestellter in der Autoindustrie und anschliessend Gärtner für das New Yorker Amt für Parks und Erholung. Die Familie lebte in Coney Island, wo sich vor allem die Arbeiter- und Mittelklasse angesiedelt hatte.

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Mark ist der jüngere Bruder von Jeffrey Epstein. Er glaubt nicht an Suizid.
Foto: Twitter

Die Mutter: Paula Epstein (1918–2004)

Pauline «Paula» Stolofsky hat Seymour Epstein 1952 geheiratet. Wie ihr Mann arbeitete auch sie bei der Stadt New York, und zwar als Schulassistentin. Ihr Leben war geprägt von Bescheidenheit und starkem Bildungswillen.

Sie lebte mit der klassischen Einwanderermentalität: Aufstieg durch Arbeit und Bildung. Jeffrey war auch dank der Motivation der Eltern ein hervorragender Schüler und seinen Kollegen vor allem in Mathematik und Naturwissenschaft weit voraus. 

Der Bruder: Mark «Puggy» Epstein (71)

Jeffrey und sein kleinerer und einziger Bruder Mark spielten als Buben nicht nur miteinander, sondern betrieben später auch gemeinsame Immobiliengeschäfte. In die kriminellen Machenschaften ist der zweifache Vater nicht involviert.

Mark, der früher Künstler war, trat nach dem Tod Jeffreys öffentlich in Erscheinung. Er liess ein eigenes Gutachten zum Tod Jeffrey erstellen und zweifelt die Todesursache Suizid an. Er vermutet, dass Jeffrey getötet wurde, weil er Namen verraten wollte. Gegenüber dem FBI schrieb er: «Ich glaube, Präsident Trump hat seine Ermordung abgesegnet.»

Da Jeffrey keine Kinder hat und seine Eltern tot sind, hätte Mark Anspruch auf das gesamte Vermögen seines Bruders. Das wird auf gegen 600 Millionen Dollar geschätzt. Kurz vor seinem Tod transferierte Jeffrey sein Vermögen aber in eine private Trust-Struktur, wodurch Mark als automatisch Begünstigter wegfiel. 

Die Geliebte: Eva Andersson (65)

Die Miss Schweden von 1980 war elf Jahre lang Jeffreys Freundin. Sie lernten sich kennen, als sie ihre Facharztausbildung in New York absolvierte. Auch nach der Trennung blieben die engen Bande bestehen: Als Anderson 1994 den Milliardär Glenn Dubin (68) heiratete, wurde Epstein Götti eines der drei Kinder.

Vor Gericht gab Anderson 2021 an, dass sie Epstein im Umgang mit ihren Kindern immer vertraut und sie nichts von seinem kriminellen Netzwerk gewusst habe.

Die Komplizin: Ghislaine Maxwell (64)

Die Tochter des britischen Medienmoguls Robert Maxwell (†68) war rund 30 Jahre Jeffreys Freundin, Mitarbeiterin und Vertraute zugleich. Sie half Epstein, sich in elitären Kreisen zu vernetzen. Weil sie mit ihm zusammen im kriminellen Netzwerk die Fäden zog, wurde sie 2021 wegen sexueller Ausbeutung Minderjähriger zu 20 Jahren Haft verurteilt.

Die Kinder: Wahr oder ein Gerücht?

Offiziell hat Jeffrey Epstein keine Kinder. Doch das US-Justizministerium schreibt zu den Epstein-Files: «Neu veröffentlichte Dokumente deuten darauf hin, dass Epstein möglicherweise mehrere Kinder hatte.»

Darauf weist unter anderem ein E-Mail von Sarah Ferguson (66), der ehemaligen Frau von Ex-Prinz Andrew (65), hin. Sie gratuliert Epstein darin zur Geburt «eines kleinen Jungen». Zudem berichtet ein Epstein-Opfer in einem Tagebucheintrag, dass es 2002 im Teenageralter ein Mädchen geboren und man ihr dieses Baby sogleich weggenommen habe.

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