Dieses SRF-Video taucht in den Epstein-Files auf
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Er fand es «very funny» – Autor Karpi eher weniger
SRF-Comedy-Video taucht in Epstein-Files auf

Ein virales Schweizer Comedy-Video taucht in den Epstein-Files auf. Jeffrey Epstein erhielt den Link zu «Switzerland Second» 2017 von Bankerin Ariane de Rothschild. Komiker Karpi, der hinter dem Video steckt, findet die Verbindung «grusig».
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Patrick Karpiczenko – besser bekannt als Karpi – hat bei dem viralen Video Regie geführt und einen Grossteil davon mitgeschrieben.
Foto: zVg/ Maurice Haas

Darum gehts

  • Epstein-Dokumente erwähnen SRF-Comedy-Video «Switzerland Second» mit 13 Mio. Aufrufen
  • Komiker Karpi fühlt sich «grusig» wegen Verbindung zu Epstein-Files
  • Epstein fand Video «sehr lustig», SRF nimmt Erwähnung zur Kenntnis
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Saskia SchärRedaktorin People

In den Epstein-Dokumenten ist ein Link zu einem Video aufgetaucht, der dort wohl kaum einer je vermutet hätte. Der Grund? Der entsprechende Clip entstand im Auftrag von SRF Comedy und trägt den Titel «Switzerland Second». Darin spricht ein amerikanischer Stimmen-Imitator ganz in Trump-Manier über die Schweiz und landete 2017 einen viralen Hit – über 13 Millionen Aufrufe zählt das Video bis heute.

Auch in Übersee ist es nicht unbemerkt geblieben. Epstein hat die Mail mit dem entsprechenden Link von der Genfer Bankerin Ariane de Rothschild (60) erhalten. «Die Schweizer lieben es», schrieb sie dazu. Doch nicht nur die Hiesigen wusste das Video zu überzeugen, sondern auch den US-amerikanischen Investmentbanker selbst. «Sehr lustig», antwortete Epstein auf die Mail. 

Wie ist es für den Komiker Karpi (40) – bürgerlich Patrick Karpiczenko – der gemeinsam mit dem SRF-Team hinter dem Video steckt, wenn das eigene Werk plötzlich Erwähnung in den Epstein-Files findet? «Grusig ist das Wort. Es ‹tschuderet› mich. Man fühlt sich seltsamerweise etwas dreckig und ich habe nun das Gefühl, dass ich zwei bis drei Tage duschen muss, um die Verbindung loszuwerden», sagt der 40-Jährige gegenüber Blick. 

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Es sei ein seltsames Gefühl zu wissen, dass er es nur zwei Tage nach Veröffentlichung gesehen und dann auch noch «very funny» gefunden habe. Aber das sei eines der Kennzeichen eines viralen Videos: Alle können etwas damit anfangen. «Die, die für etwas sind, die, die dagegen sind, jene die meine politischen Ansichten vertreten und auch jene aus dem anderen politischen Spektrum. Das ist der Preis an viralen Videos – auch grusige Leute finden es gut».

«50 Shades of grusig!»

Durch die Erwähnung in den Files stellt sich ihm nun allerdings eine Frage: «Hat auch Trump das Video gesehen?» Schliesslich standen sich Epstein und Trump einst sehr nahe. Allerdings soll es bereits Jahre vor der Videoveröffentlichung zum Bruch der beiden gekommen sein. Dass Epstein ihm das Video also geschickt hat, ist eher unwahrscheinlich. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass das Video durch jemand anderen an den Präsidenten gelangt ist. Karpi hält die Vorstellung, dass Trump sein Video gesehen hat, für «50 Shades of grusig!».

Den Hinweis auf die Nennung in den Epstein-Files hat Karpi von einer Person erhalten, die auf der Suche nach Schweizer Verbindungen zu dem verurteilten Sexualstraftäter war. Das entsprechende Dokument hat Karpi am Dienstagnachmittag auf seinem X-Kanal veröffentlicht und erhält seitdem im Minutentakt Nachrichten, mit demselben Grundtenor: «‹Das ist schon fake, oder?› Die meisten denken, es sei ein Witz». Bei dem von ihm ansonsten produzierten, humorvollen Content, überrascht dies allerdings nicht. 

Was sagt denn SRF dazu, dass ein Video von ihnen in den Dokumenten vorkommt? «Wir nehmen die Erwähnung des Videos in den Epstein-Files zur Kenntnis», so die Medienstelle auf eine Blick-Anfrage.

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