Mysteriöses Dokument
Was hat Ribéry in den Epstein-Akten zu suchen?

In den sozialen Netzwerken kursieren Behauptungen, Ex-Fussballprofi Franck Ribéry sei in den Epstein-Skandal verwickelt. Tatsächlich taucht sein Name in einem Dokument auf. Ein genauerer Blick zeigt aber, dass es keine direkte Verbindung zwischen Ribéry und Epstein gab.
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Ex-Fussballprofi Franck Ribéry taucht in einem Dokument aus den Epstein-Akten auf.
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Alexander TerweyStv. Teamlead News-Desk

Die Dokumente, die das US-Justizministerium zum Epstein-Skandal veröffentlicht hat, sind so zahlreich, dass es wohl noch Wochen dauern wird, bis sie komplett ausgewertet sind. Tag für Tag bringen Berichte neue Namen ans Licht, die in Dokumenten zum Epstein-Skandal erwähnt werden. Da wären mächtige Wirtschaftslenker, prominente Politiker und weniger bekannte Politiker.

In den sozialen Medien tauchte jüngst aber auch der Name Franck Ribéry (42) im Zusammenhang mit den Epstein-Akten auf. So behaupten etwa mehrere Nutzer auf X, der Name des ehemaligen FC-Bayern-Profis und französischen Nationalspielers tauche gar in den Epstein-Akten auf. Doch was hat es damit auf sich?

Schreiben von nicht identifizierter Frau

Tatsächlich hat das US-Justizministerium ein Dokument vom November 2019 zur Causa Epstein veröffentlicht, in dem der Name Ribéry insgesamt sechsmal genannt wird. Auf dem 38-seitigen Papier befindet sich in Handschrift der Vermerk «Translation». Es enthält zahlreiche Fehler, was wohl der Übersetzung aus dem Französischen ins Englische geschuldet ist. So wird der einstige Prinz Andrew nicht etwa als «Duke of York» bezeichnet, sondern als «Duck of York».

Nun aber zurück zu Franck Ribéry. Eine nicht identifizierte Frau erhebt in dem Schreiben schwere Vorwürfe gegen den Fussball-Star, aber auch gegen ihm nahestehende Personen. Sie behauptet, Ribéry habe versucht, sie in ihrem Garten zu schlagen. Polizisten hätten ihn schliesslich umzingelt und anschliessend zu seinem Auto zurückgebracht.

Schwere Vorwürfe in Schreiben

Doch was haben diese Anschuldigungen mit dem Fall Epstein zu tun? Nach Informationen französischer Medien soll es sich bei der Frau um ein Opfer des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein (†66) handeln. Demnach soll die Person in Frankreich leben. Die angebliche Auseinandersetzung soll sich in ihrem Garten in Westfrankreich zugetragen haben.

Dann erhebt die Frau Vorwürfe gegen den Anwalt Sylvain Cormier. «Ein paar Jahre zuvor hatte Cormier seine Ex-Freundin vor meinen Augen in einem Lokal geschlagen, und ich hatte ihr geraten, Anzeige zu erstatten.» Anschliessend erwähnt die Frau erneut Ribéry. Es ist aber unklar, ob sich der Vorwurf gegen ihn oder aber erneut gegen Cormier richtet. Sie schreibt: «Dann tauchte Cormier mit Franck Ribéry auf, und die Kriminalpolizei von Versailles erschien, weil er verlangt hatte, dass ihm 14-jährige Mädchen gebracht würden.»

Auf Seite 30 wird Ribéry letztmalig erwähnt. Darin spricht die Frau von «seiner Mitgliedschaft in der Welt der Prostitution». Anschliessend erhebt sie erneut Vorwürfe gegen Cormier. «Ich wurde von ihm geschlagen. Er sagte: ‹Es ist Frank, der mich darum bittet!›»

Ribéry will Anzeige erstatten

In dem Dokument stellt die Frau jedoch keine direkte Verbindung zwischen Ribéry und Epstein her. Das findet sich wohl nur deshalb in den Epstein-Akten, weil sie darin angibt, ein Epstein-Opfer zu sein.

Frank Ribéry liess gemäss französischen Medien über seinen Anwalt am Dienstag mitteilen, dass er Anzeige erstatten werde. Bei den Vorwürfen der Frau handele es sich um «Fake News».

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