Darum gehts
- Staatsanwaltschaft Zürich untersucht Herzklinik-Skandal am Universitätsspital seit 2016 bis 2020
- Drei Strafanzeigen wegen fahrlässiger Tötung, Körperverletzung und Urkundenfälschung eingegangen
- Elf verdächtige Medizinprodukte-Einsätze und elf Todesfälle in Prüfung
Die Affäre um die Herzchirurgie am Zürcher Universitätsspital zieht immer grössere Kreise: Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich hat ein interdisziplinäres Spezialteam eingesetzt, um die Vorgänge an der Herzklinik strafrechtlich aufzuarbeiten.
Vier spezialisierte Staatsanwältinnen und Staatsanwälte aus den Bereichen Medizinalstrafrecht, Wirtschaftsstrafrecht und Beamtendelikte untersuchen die Vorwürfe rund um die Klinik für Herzchirurgie des USZ. Unterstützt werden sie von Ermittlern der Kantonspolizei sowie juristischen Fachleuten.
Drei Strafanzeigen eingegangen
Auslöser ist der Bericht der unabhängigen Untersuchungskommission zu den Jahren 2016 bis 2020. Der Spitalrat hatte Anfang Mai angekündigt, wegen insgesamt 11 Todesfällen sowie 13 Einsätzen von Medizinprodukten Meldung oder Anzeige bei der Staatsanwaltschaft einzureichen.
Laut Staatsanwaltschaft gingen bisher drei Strafanzeigen ein – unter anderem wegen Verdachts auf fahrlässige Tötung, fahrlässige schwere Körperverletzung und Urkundenfälschung. Zudem werden elf Meldungen wegen mutmasslich unangemessener Einsätze von Medizinprodukten geprüft.
Aufarbeitung wird «Zeit in Anspruch nehmen»
Die Anzeigen richten sich derzeit gegen Unbekannt. Nun wird untersucht, ob konkrete Hinweise auf Straftaten vorliegen – und wer dafür verantwortlich sein könnte.
Die Behörden betonen allerdings auch die Komplexität des Falls. Die strafrechtliche Aufarbeitung werde «Zeit in Anspruch nehmen». Weitere Details will die Staatsanwaltschaft derzeit nicht bekannt geben.