Darum gehts
- Russische Angriffe auf Kiew in der Nacht verursachen 15 Tote, 40 Verletzte
- Lagerhäuser und Infrastruktur schwer beschädigt, Such- und Rettungsaktionen laufen
- Russland meldet Angriffe auf ukrainische Logistikzentren, Ukraine kontert mit Gegenangriffen
Stundenlang herrschte Luftalarm, als die ukrainische Hauptstadt Kiew und ihre Umgebung in der Nacht auf Mittwoch von Salven ballistischer Raketen und Drohnen aus Russland überzogen wurden. Die Folgen sind verheerend: 15 Tote und über 40 Verletzte nach ukrainischen Angaben. In mehreren Stadtteilen wurden Gebäude schwer beschädigt oder brannten, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko (55) mit. Die Luftabwehr sei im Einsatz gewesen.
Im Bezirk Holossijiw seien zwei Verletzte aus den Trümmern eines Lagergebäudes geborgen worden, schrieb Klitschko auf Telegram. Die Befürchtung ist gross, dass sich noch weitere Menschen unter den Trümmern befinden könnten. Eine Such- und Rettungsaktion dauerte zunächst noch an. Zudem wurden weitere Lagerhäuser rund um Kiew beschädigt.
Lagerhäuser und Infrastruktur getroffen
Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, es habe Logistikzentren und Versorgungseinrichtungen in Kiew und der umliegenden Region angegriffen. «Diese Zentren waren an der Lagerung und Lieferung verschiedener Waffen und militärischer Güter sowie an der Produktion und dem Vertrieb unbemannter Luftfahrzeuge beteiligt», hiess es weiter in der Mitteilung.
Zudem hiess es aus dem Kreml, man habe in der Nähe des Schwarzmeerhafens Odessa drei Frachtschiffe getroffen, «die Waffen und militärische Ausrüstung transportierten».
Vonseiten der Militärverwaltung von Kiew hiess es zu den russischen Angriffen: «Der Feind greift erneut gezielt Zivilisten und zivile Infrastruktur an.»
Ukraine greift russische zivile Infrastruktur an
Russland hat in den letzten Wochen seine Angriffe auf Kiew verstärkt. Doch auch die Ukraine reagierte – und erhöhte ihrerseits ihre Angriffe auf russische zivile Infrastruktur, einschliesslich Energieanlagen. Auch Lager des russischen E-Commerce-Riesen Wildberries wurden wiederholt angegriffen.
Bei den jüngsten Angriffen auf Wildberries-Lagerhäuser in der Region Moskau am Dienstagmorgen waren fünf Menschen getötet und zehn weitere verletzt worden, wie der Gouverneur der Region Moskau, Andrej Worobjow, mitgeteilt hatte.