Zugunglück in Spanien
Erneut stossen zwei Hochgeschwindigkeitszüge in Spanien zusammen

Bei einem schlimmen Zugunglück in Spanien kommen am Mittwochvormittag mindestens 64 Menschen ums Leben. In Südspanien kam es bereits am 18. Januar zu einer Kollision, die für 46 Menschen tödlich endete. Erneut handelt es sich um einen Renfe- und einen Iryo-Zug.
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Vor der Einfahrt zum Bahnhof von Urda kam es zu einem schweren Zugunglück.
Foto: AFP

Darum gehts

  • Auf der Strecke Madrid-Sevilla kollidierten ein Renfe-AVE und ein Iryo-Zug nahe Urda kurz vor 9 Uhr
  • Der Zivilschutz meldet mindestens 50 Tote und 179 Verletzte, mehrere Waggons stürzten hangabwärts
  • Im Januar starben auf derselben Strecke bei Adamuz 43 Menschen bei einem Renfe-Iryo-Unfall
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Wiebke KöhneRedaktorin Newsdesk

Am Mittwochvormittag kam es in Spanien in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal zu einem schweren Zugunglück. Auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Madrid und Sevilla kollidierte ein Renfe-AVE kurz vor 9 Uhr mit einem Iryo-Zug. Der Unfall ereignete sich etwa 130 Kilometer südlich von Madrid vor der Einfahrt des Bahnhofs von Urda. Wie «El País» berichtet, sind infolge des Crashs mehrere Waggons einen Abhang hinuntergestürzt.

Zweites Unglück auf der gleichen Strecke

Weiter im Süden, in der andalusischen Gemeinde Adamuz, kam es auf dieser Strecke bereits Anfang Jahr zu einem tragischen Zugunglück. Damals gerieten entgleiste Waggons eines Iryo-Zuges auf die Nebenfahrbahn und kollidierten mit dem entgegenkommenden Renfe-Zug. Infolgedessen stürzten auch damals mehrere Waggons einen Hang hinunter.

Frecciarossa

Für das private Zugunternehmen Iryo verkehrt auf dieser Strecke der Hochgeschwindigkeitszug Hitachi-Bombardier ETR 1000. Dieser wird auch Frecciarossa, übersetzt «roter Pfeil», genannt. So ein Zug war auch während des Unfalls in Andalusien im Januar im Einsatz. Wie das Unternehmen auf seiner Webseite angibt, erreicht er eine Geschwindigkeit von bis zu 300 Kilometern pro Stunde. In Spanien ist das Modell seit dem Jahr 2022 im Einsatz und gilt grundsätzlich als sehr modern und sicher. In den vergangenen vier Jahren steckte das Unternehmen Iryo gut 750 Millionen Franken in seine Züge.

In dem betroffenen Zug Iryo 6076 sollen sich am Mittwoch laut der Sprecherin der Regierung von Kastilien-La Mancha, Esther Padilla (50), 146 Fahrgäste und ein Baby befunden haben.

Der AVE-Hochgeschwindigkeitszug

Wie «El País» berichtet, ist am Mittwoch ein AVE-Hochgeschwindigkeitszug des staatlichen Unternehmens Renfe in den auf dem Gleis stehenden oder anfahrenden Iryo-Zug aufgefahren. Dabei handelt es sich um ein anderes Modell als der Renfe-Alvia, der an dem Unglück Anfang Jahr beteiligt war. Laut Angaben von Interrail erreichen die AVE-Züge je nach Modell Geschwindigkeiten bis zu 310 Kilometer pro Stunde.

In dem betroffenen Zug AVE 2080 sollen sich laut Esther Padilla 397 Fahrgäste befunden haben.

Derzeit gehen die Behörden nicht von einem Defekt am Zug aus

Die Ermittlungen zur Unfallabklärung dauern derzeit noch an. Ersten Erkenntnissen zufolge sollen beide Züge vor dem Zusammenstoss aufgrund eines Ausfalls eines zentralen Zugsicherungssystems angehalten haben. Im Anschluss soll der Renfe-AVE-Zug laut «El País» mit verringerter Geschwindigkeit weitergefahren sein, während der Iryo-Zug noch stehen blieb.

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