Darum gehts
- Extreme Hitze löst in Südeuropa massive Waldbrände aus, vor allem in Frankreich.
- In Frankreich 200'000 evakuiert, in Spanien 25'000, Italien meldet Brandstiftung.
- 19'000 Hektar zerstört in Gironde, 20'000 Hektar betroffen auf Sizilien.
Bereits mehrere Hitzewellen sind seit Ende Juni über Europa gezogen. Seither reiht sich eine Hitzeperiode an die nächste. In einigen Regionen, besonders in Südeuropa, machen sich nun die Auswirkungen bemerkbar: Viele Gebiete kämpfen gegen Waldbrände. Blick liefert dir die Übersicht über die aktuelle Situation.
Frankreich
In Frankreich sind besonders die südwestlichen Regionen Gironde und Landes von den Feuern betroffen. Der Brand in Gironde hat bisher rund 19'000 Hektar Land und etwa 80 Häuser zerstört, eine örtliche Verwaltungschefin bezeichnete es als «XXL-Feuer».
Weilst Du momentan in den Ferien, bist ausgewandert oder haltest dich sonst in einer der betroffenen Regionen auf und bist von den Waldbränden betroffen? Melde dich bei uns!
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Durch anhaltende Winde kann der Brand sich immer weiter ausbreiten – zuletzt bewegten sich die Flammen auf die Stadt Bordeaux zu. «Das Feuer wütet weiterhin vor den Toren der Stadt», so Bürgermeister Thomas Cazenave. Vier kleinere Städtchen in der Nähe der Metropole wurden bereits evakuiert – insgesamt mussten bereits über 200'000 Menschen ihr Zuhause verlassen. Allein im Département Gironde wurden nach Angaben des Innenministers Laurent Nuñez inzwischen 167'000 Menschen evakuiert. Leer ist auch das beliebte Touristenziel Cap Ferret. Die Halbinsel wurde bereits vor einigen Tagen evakuiert.
Einsatzkräfte würden alles tun, um die Situation in den Griff zu kriegen, betonte Innenminister Laurent Nuñez (62) gegenüber dem französischen Sender TF1. «Wir haben noch nie ein konvektives Feuer dieser Grössenordnung gesehen. Wir werden unseren Einsatz neu organisieren, damit wir das Feuer vom Boden aus bekämpfen und verhindern können, dass es in Richtung Bordeaux vordringt.» Zwei Feuerwehrmänner verloren beim Kampf gegen die Brände ihr Leben.
Auch der französische Präsident Emmanuel Macron (48) ist sich der gravierenden Situation bewusst. Am Samstag wird er eine Krisensitzung in Paris abhalten. Zudem wurde der Katastrophenschutzmechanismus der EU aktiviert – unter anderem eilten die Tschechische Republik und die Slowakei mit Black-Hawk-Helikoptern zur Hilfe.
Spanien
Was zuvor drei einzelne Brände waren, hat sich in Burgohondo, einer Ortschaft nahe Madrid, mittlerweile zu einer riesigen Feuersbrunst zusammengeschlossen. Nur einige Kilometer entfernt, in der Region Ávila, wütet ein weiterer Waldbrand – zusammen haben die Brände fast 15'000 Hektar Land zerstört.
Die Sorge, dass sie sich vereinen könnten, ist gross. Der Brand bei Burgohondo ist mittlerweile ausser Kontrolle geraten, wie Carlos Novillo, Leiter des Katastrophenschutzes von Madrid, gegenüber Medien erklärte. «Der Waldbrand hat seinen Höhepunkt erreicht und übersteigt derzeit die Kapazitäten der Feuerwehr, ihn einzudämmen. Es ist nicht möglich, den Brand in diesem Gebiet aktiv zu bekämpfen, daher werden defensive Massnahmen ergriffen.»
Die spanische Regierung hat derweilen den nationalen Notstand ausgerufen. Rund 73'000 Menschen mussten ihr Zuhause zurücklassen und evakuieren, weitere 40'000 sind unter Lockdown und dürfen ihr Daheim nicht verlassen.
Italien
Im süditalienischen Kalabrien wurden den lokalen Behörden nach mehrere Brände willentlich gelegt – und zwar auf grausame Weise. Unbekannte sollen brennende Tücher um die Schwänze von Katzen gewickelt haben und diese in der Natur ausgesetzt haben. Derzeit brennen in der Region rund 3000 Hektar Land.
Domenico Costarella, Generaldirektor des Katastrophenschutzes der Provinz, sagte in einem Statement: «Wir haben Brandvorrichtungen gefunden, die das Werk eines nicht nur vorsätzlichen, sondern geradezu gestörten und kriminellen Geistes sind. In einigen Fällen fanden wir unglaubliche Szenen: Katzen, denen mit brennbarer Flüssigkeit getränkte Lappen an den Schwanz gebunden wurden. Diese Katzen wurden anschliessend auf die Felder gejagt, um die Ausbreitung der Brände zu fördern.»
Auch Sizilien leidet unter der Trockenheit, den hohen Temperaturen und starken Winden. Neun Brandherde sind derzeit auf der Insel aktiv, rund 20'000 Hektar stehen in Flammen. Laut den lokalen Behörden habe man die Situation aber unter Kontrolle.