Darum gehts
- Mindestens 12 Tote bei Waldbränden in Almería, darunter Touristen
- Guardia Civil rettet schwer verletzte britische Wanderer aus abgelegener Schlucht
- Paar mit 40 % Verbrennungen liegt auf der Intensivstation
Flammen, Zerstörung, Tod: Bei den verheerenden Waldbränden in der Region Almería im Süden Spaniens starben mindestens zwölf Menschen. Unter den Opfern befindet sich auch eine englische Familie, die in ihrem Auto verbrannt ist.
Den Anwohnern steckt der Schreck immer noch in den Knochen. «Es war furchtbar. Ich dachte nur noch daran, wie ich meine Kinder da herausholen sollte. Unsere Freunde sind gestorben. Sie sind zu Fuss von zu Hause geflohen», erzählt eine Spanierin der BBC.
Während die Einsatzkräfte weiter gegen das Feuer kämpfen und nach Vermissten suchen, gelang der Polizei eine Rettung, mit der kaum noch jemand gerechnet hatte: In einer abgelegenen Schlucht entdeckte die Guardia Civil zwei britische Wanderer. Sie befanden sich in einer dramatischen Lage und waren nur noch halb bei Bewusstsein.
«Etwas sagt einem: Versuche es doch noch einmal»
Der erfahrene Offizier Pedro Barre – einer der beteiligten Polizisten – schildert gegenüber RTVE die aufwendige Suchaktion. Die Einsatzkräfte hätten die Suche schon fast abgebrochen, doch irgendetwas habe ihnen gesagt, weiterzumachen. «Durch die Erfahrung, die man sammelt, sagt einem etwas: ‹Schau noch mal, versuch es noch einmal›.»
In der hereinbrechenden Dunkelheit durchkämmten die Einsatzkräfte also nochmals das Einsatzgebiet und riefen nach möglichen Überlebenden. Plötzlich nahmen sie ein schwaches Geräusch wahr. «Wir dachten zuerst, es wäre ein Echo», so Barre. Doch dann entdeckten sie in einer Schlucht an einer Wand plötzlich die schwer verbrannten Wanderer.
Mit schwacher Stimme Hilfe gerufen
Das Paar erlitt Verbrennungen an rund 40 Prozent seines Körpers. Nach einem mehr als zweistündigen Rettungseinsatz wurden sie in ein Spital gebracht. Sie liegen auf der Intensivstation.
Trotz ihrer lebensgefährlichen Verletzungen gelang es den Touristen im entscheidenden Moment, schwache Hilferufe von sich zu geben. «In ihrem Zustand zu rufen, muss eine enorme Kraftanstrengung gewesen sein», fügte der Beamte Rafael Zea gegenüber RTVE hinzu. Sein Kollege Manuel Moyano ergänzte: «Für uns war es unvorstellbar, dass es dort noch Überlebende geben könnte.»
Nach der Rettung wurden die beiden zunächst von Feuerwehr und Rettungsdienst medizinisch erstversorgt und anschliessend ins Spital gebracht. «Dieser Moment der Überraschung und der Emotion, als wir sie fanden, ist unvergesslich», fasst Barre den Einsatz zusammen.