Darum gehts
- USA und Ukraine beginnen Friedensgespräche in Florida für Kriegsende
- Selenski entsendet Verhandlungsteam, Trump-Plan wird überarbeitet
- 28-Punkte-Plan soll in den kommenden Tagen Moskau vorgestellt werden
Gelingt jetzt der Durchbruch? Vertreter der USA und der Ukraine haben im US-Bundesstaat Florida Gespräche über Wege für ein Ende des russischen Angriffskriegs aufgenommen. Das teilte der ukrainische Delegationsleiter Rustem Umjerow auf Telegram mit. «Wir haben klare Vorgaben erhalten – die Interessen der Ukraine zu wahren, einen substanziellen Dialog zu sichern und auf Grundlage der in Genf erzielten Fortschritte voranzugehen», schrieb er.
Für die US-Seite nahmen Aussenminister Marco Rubio (54), der Sondergesandte von US-Präsident Donald Trump (79), Steve Witkoff (68), und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner (44) an dem Treffen teil. Nach offiziell unbestätigten Berichten von US-Medien wurde der Golfklub Shell Bay als Tagungsort gewählt.
Rubio: «Geht nicht nur um Friedensabkommen»
Rubio betonte vor Ort, es gehe nicht nur darum, einen Krieg zu beenden. In Videos von anwesenden Journalisten, die in US-Medien und sozialen Netzwerken verbreitet wurden, ist zu hören, wie der US-Aussenminister das wirtschaftliche Potenzial der Ukraine hervorhebt. «Die Ukraine hat enorme Chancen auf echten Wohlstand.»
Allein durch ein Kriegsende sei das allerdings nicht zu erreichen. «Es geht also nicht nur um Friedensabkommen.» Es gehe darum, einen Weg zu schaffen, der Souveränität, Unabhängigkeit und Wohlstand der Ukraine garantiere. Ausserdem solle sichergestellt werden, dass die Ukraine nie wieder einen Krieg führen müsse, sagte Rubio.
«Bestimmen, wie Krieg würdig beendet werden kann»
Russland hatte die Ukraine am 24. Februar 2022 angegriffen. Seither verteidigt sich das Land mithilfe westlicher Unterstützer. Ungeachtet der Gespräche über einen Frieden greift Russland die Ukraine mit unverminderter Härte weiter an.
Am Samstag hatte der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski (47) bekannt gegeben, ein Verhandlungsteam in die USA zu Gesprächen entsandt zu haben. In seiner in Kiew verbreiteten abendlichen Videobotschaft sagte er, «es ist durchaus realistisch, in den kommenden Tagen die Schritte zu finalisieren, um zu bestimmen, wie der Krieg würdig beendet werden kann». Es müssten rasch und substanziell die notwendigen Schritte ausgearbeitet werden.
Selenski hatte einen 28-Punkte-Plan von US-Präsident Donald Trump, der von Kritikern als russische Wunschliste betitelt worden war, bei Verhandlungen in Genf mit europäischen und amerikanischen Vertretern überarbeiten lassen. In den USA geht es um noch strittige Punkte. Der abgeänderte Plan soll in den kommenden Tagen der russischen Führung in Moskau vorgestellt werden.