Brisantes Treffen in Moskau
Unter dieser Bedingung ist Putin für ein Treffen mit Trump bereit

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban traf am Freitag in Moskau Wladimir Putin, um für ein Ende des Ukraine-Kriegs zu werben. Orban begrüsste neue Perspektiven für Friedensverhandlungen und hofft auf stabile Öl- und Gaslieferungen aus Russland.
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Viktor Orban (links) und Wladimir Putin verstehen sich gut.
Foto: Imago

Darum gehts

  • Orban trifft Putin in Moskau für Friedensgespräche und wirtschaftliche Zusammenarbeit
  • Putin lobt Orbans ausgewogene Haltung zur Ukraine-Problematik
  • Seit fast vier Jahren führt Putin Krieg gegen die Ukraine
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Janine EnderliRedaktorin News

Brisantes Treffen in Moskau: Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban (62) ist am Freitag in den Kreml gereist, um bei Wladimir Putin (73) für ein Ende des Ukraine-Kriegs zu werben.

Er begrüsse, dass es derzeit eine neue Perspektive für Friedensverhandlungen in der Ukraine gebe, sagte Orban einleitend. Er meinte damit den 28-Punkte-Friedensplan, den die USA für die Ukraine ins Spiel brachten und über den derzeit hart verhandelt wird. 

Putin lobt Orbans Haltung zur Ukraine

Neben den Gesprächen über mögliche Friedensverhandlungen spielte auch die wirtschaftliche Zusammenarbeit eine Rolle. Orban machte deutlich, dass er auf günstige und weiterhin stabile Öl- und Gaslieferungen aus Russland hoffe – obwohl die EU eigentlich anstrebt, die Ölimporte aus Russland stark zu reduzieren.

Dann gab es auch noch Lob von Putin: «Wir kennen Ihre ausgewogene Haltung zur ukrainischen Problematik», sagte der Kreml-Chef. Im Gegenzug erneuerte Orban seine Einladung an Putin, ein Gipfeltreffen mit US-Präsident Donald Trump (79) in Ungarn zu veranstalten.

Damit griff er eine Idee wieder auf, die bereits im Oktober diskutiert worden war. Damals sollte ein Treffen zwischen Trump und Putin in Budapest stattfinden, das jedoch platzte, weil Trump keine Chancen für einen konkreten Friedensdeal sah.

Putin stellt Bedingung für Trump-Treffen

Putin zeigte sich zu einem neuen Treffen bereit, sollten die Verhandlungen über ein Kriegsende in der Ukraine zu entsprechenden Ergebnissen führen. Kommende Woche kommt es laut Moskau zu Gesprächen zwischen Kreml-Vertretern und US-Diplomaten. 

Hinzu kommt: Nach dem Treffen berichtete die Nachrichtenagentur Interfax, dass der Kreml vor Ankunft der US-Vertreter Details über das zu verhandelnde Geschäft erwarte. 

Übersetzungspanne sorgt für Wirbel

Für Putin, der die Ukraine seit fast vier Jahren mit Krieg überzieht, gilt das Treffen als Erfolg. Ungeachtet westlicher Sanktionen gegen Russland kam Orban auch als Vertreter eines EU- und Nato-Mitgliedsstaats und als Bittsteller nach Moskau.

Am Rand des Treffens sorgte zudem eine Übersetzungspanne für Aufsehen. Gemäss ungarischen Medien habe die ungarische Dolmetscherin einen Fehler gemacht. Putin soll zu Orban gesagt haben: «Unsere Ansichten zu bestimmten Dingen, einschliesslich internationaler Angelegenheiten, stimmen nicht unbedingt überein.» Laut dem Portal 444.hu übersetzte die Dolmetscherin jedoch: «Auch auf internationaler Ebene funktioniert unsere Zusammenarbeit gut.»

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