«Wir sind fassungslos»
Touristen missachten in Italien gleich zwei Verbote – Hüttenwirte schockiert

Die Betreiber eines Nationalparks in Italien müssen sich nur wenige Tage nach der Wiedereröffnung einer Schutzhütte gehörig ärgern. Der Grund: Touristen missachteten gleich zwei Verbote.
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Berggänger posieren mit ihren Mountainbikes.
Foto: Parco Nazionale della Maiella

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • In den Abruzzen verärgerten Touristen die Verantwortlichen des Maiella-Parks
  • Nach der Sanierung der Pelino-Hütte brachten sie Hund und Bikes
  • Beides ist verboten; der Park will die Polizei einschalten.
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Janine EnderliRedaktorin News

Kaum war die frisch sanierte Pelino-Hütte auf dem Monte Amaro in den italienischen Abruzzen am 1. Oktober 2026 wiedereröffnet, sorgten Besucher für Empörung bei den Betreibern.

Der Nationalpark Maiella schrieb auf Facebook: «Wir sind schockiert, den völligen Mangel an Respekt gegenüber den grundlegenden Regeln festzustellen, die diese Bergumgebungen schützen.»

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Was die Betreiber so auf die Palme bringt, zeigen sie anhand von zwei Fotos. Auf einem liegt ein grosser, angeleinter Hund im Inneren des Holzbiwaks. Auf dem anderen stehen mehrere Personen mit Mountainbikes – darunter auch E-Bikes – direkt am Gipfelkreuz des Monte Amaro.

Der Nationalpark weist darauf hin, dass hier gleich zwei zentrale Verbote missachtet wurden. Einerseits sei das Befahren des Schutzgebiets mit Mountainbikes untersagt, andererseits gelte ein generelles Hundeverbot – auch in der Schutzhütte. «Die Berge gehören allen, müssen aber von allen geschützt werden», mahnte der Nationalpark und kündigte an, die Vorfälle der Polizei zu melden.

Es ist nicht das erste Mal, dass Schutzhütten für Schlagzeilen sorgen. Erst vor wenigen Tagen wurde der Fall einer Schutzhütte in der Toskana bekannt. Weil sich die Anwohner eines kleinen Weilers über Touristen beschwerten, die den Wanderweg zur Hütte nutzten, mussten die Betreiber den Weg kurzerhand sperren.

Im August 2025 machten Touristen ebenfalls einen italienischen Hüttenwart hässig. «Sie baten mich um Schinken und Melone, sie dachten, sie wären am See», erklärte Hüttenwart Fabrizio Gonella damals gegenüber italienischen Medien.

Auch in der Schweiz gab es schon Wirbel um Touristen, die sich um Hütten herum danebenbenehmen. Hüttenwart Christoph Sager hatte im Herbst 2025 genug von Wanderern, die nur ein Foto für die sozialen Medien machen. Und von solchen, die ihr mitgebrachtes Picknick verzehren, statt in seiner SAC-Hütte zu speisen. Er gab seinen Job in der Glecksteinhütte ob Grindelwald BE auf.

Die Eröffnung der Pelino-Hütte in den Abruzzen nach einer umfassenden Sanierung für 120'000 Euro war ursprünglich ein Grund zur Freude. Luciano Di Martino, Parkdirektor und Projektleiter, erklärte bei der Einweihung: «Die Wiederherstellung des Biwaks Pelino ist ein entscheidender Meilenstein für die Sicherheit von Wanderern im Hochgebirge und ein Ort, an dem Naturschutz und nachhaltiger Tourismus miteinander verbunden werden.» Er betonte: «Dieser Stützpunkt ermöglicht es, die aussergewöhnliche Artenvielfalt der Hochlagen der Maiella zu erleben – vorausgesetzt, die Wanderer sind sich der Risiken bewusst, die das Hochgebirge mit sich bringt.»

Die Diskussion um den richtigen Umgang mit der Natur dürfte auch nach diesem Vorfall weitergehen.

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