Sie schikanieren Touristen
Italien-Hüttenwirte müssen Wanderweg wegen Anwohnern schliessen

In der Toskana eskaliert ein Streit: Anwohner des Dorfes Arni beschimpfen Wanderer, die auf einem offiziellen Weg zur Schutzhütte Rifugio Adelmo Puliti laufen. Die Betreiber zogen die Notbremse und entfernten im April Wegweiser, um den Konflikt zu entschärfen.
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Diese Hütte musste den Wanderweg sperren.
Foto: Screenshot Facebook/Rifugio A. Puliti - CAI Pietrasanta

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Hüttenbetreiber in der Toskana entfernen Wanderweg-Schilder nach Nachbarschaftsstreit
  • Anwohner belästigten Gäste mit Beschimpfungen und Drohungen wegen des Wanderwegs
  • Rifugio Adelmo Puliti bietet Platz für 25 Gäste auf 1000 Metern
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Janine EnderliRedaktorin News

Im kleinen Weiler Case Giannelli in der Toskana betreiben Francesca Maria B.* und Andrea R.* seit Frühling 2024 die Schutzhütte Rifugio Adelmo Puliti auf 1000 Metern über Meer. Das Haus gehört dem Alpenverein CAI Pietrasanta und bietet in zwei Schlafsälen Platz für 25 Gäste.

Massentourismus gibt es in den Apuanischen Alpen nicht – im Gegenteil: In der abgelegenen Gegend fehlen inzwischen sogar Lebensmittelladen, Bäckerei und Bar.

Dennoch herrscht am Berg gewaltiger Zoff. Der Grund sind nicht die Gäste, sondern die eigenen Nachbarn, wie «Il Dolomiti» berichtet.

Beschimpft und bedroht

Einigen Anwohnern des Dorfes Arni war der offizielle Wanderweg, der an ihren Häusern vorbei zur Hütte führt, ein Dorn im Auge. Also fingen sie an, vorbeimarschierende Gäste zu beschimpfen. Dazu kamen Drohungen und weitere Schikanen.

Für die Hüttenbetreiber wurde die Situation schliesslich so problematisch, dass sie im April die Notbremse ziehen mussten. Sie schraubten die Wegweiser eigenhändig ab, entfernten die Hinweise auf den Weg und baten die Gäste, den offiziellen Pfad vorerst zu meiden. «Die Anwohner haben uns dazu gezwungen», schildern die Betreiber.

Zusammen mit dem Alpenverein CAI haben die beiden die alten Karten gecheckt und einen alternativen Weg entdeckt. Den haben sie dann selbst freigeschaufelt. Nun kommt man wieder sicher zur Hütte.

Gereizte Stimmung

Der Fall aus der Toskana verdeutlicht ein Phänomen, das sich in verschiedenen Ausprägungen durch den Alpenraum zieht. Die Nutzung von Natur- und Erholungsräumen führt immer öfter zu Zielkonflikten mit der lokalen Bevölkerung. Dabei geht es nicht immer um überfüllte Wanderwege, Lärm oder Abfall. Manchmal reicht bereits ein schmaler Pfad, der durch eine Siedlung führt.

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In Case Giannelli ist der Widerspruch besonders deutlich. Die Hütte liegt an mehreren bekannten Wegen und dient als Ausgangspunkt für Touren, als Rastplatz und als Etappe auf der Durchquerung der Apuanischen Alpen. Gleichzeitig ist die Region weit von den Verhältnissen in den Dolomiten entfernt. Dort mussten die Gemeinden teilweise drastische Massnahmen gegen Übertourismus ergreifen. Cortina d'Ampezzo beispielsweise will bis zu 500 Euro Busse verlangen, wenn sich Touristen auf den Stufen von Denkmälern, auf Parkplätzen, auf der Strasse oder auf Hauseingängen hinlegen. Auch Schlafsäcke auf Bänken sind untersagt.

Besucher werden zudem gebeten, auf angemessene Kleidung zu achten. Wer also versucht, oben ohne durch die Strassen zu laufen, könnte neu heftig zahlen.

* Namen bekannt

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