Bei der «braunen Herausforderung» wird ins Schwimmbecken gekackt
Social-Media-Challenge stinkt spanischen Badis

Eine absurde Social-Media-Challenge sorgt in Spanien für Ärger in den Badis: Bei der «braunen Herausforderung» wird absichtlich ins Schwimmbecken gekotet. Betroffene Bäder müssen schliessen. Hohe Bussgelder sollen den Fäkalterror jetzt beenden.
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Dutzende spanische Badis mussten diesen Sommer wegen der «braunen Herausforderung» kurzfristig schliessen. (Symbolbild)
Foto: Shutterstock

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • In Spanien sorgt die «braune Herausforderung» für geschlossene Schwimmbäder
  • Teilnehmer defäkieren absichtlich in Pools, inspiriert durch Social Media
  • Die Challenge weckt Erinnerungen an einen Vorfall in Degersheim SG
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Marian NadlerRedaktor News

Es passiert im ganzen Land – von Valencia über Madrid bis Andalusien: Kinder und Jugendliche verrichten ihr grosses Geschäft mit voller Absicht in den Schwimmbecken Spaniens. Schuld ist eine Social-Media-Challenge mit dem Namen «braune Herausforderung».

Wer in die Badi macht, soll die sofortige Schliessung der Badi provozieren und das Ganze für Social Media dokumentieren, berichtet der Radiosender Cadena SER. O-Ton eines wütenden Badigängers aus Madrid: «Bei dieser Hitze kann man wegen so einem Idioten nicht mal schwimmen gehen.»

Badi-Scheissern droht empfindliche Busse

Der Kreativität der Übeltäter sind dabei keine Grenzen gesetzt. Manche defäkieren im Verborgenen, andere bringen Exkremente von zu Hause mit und verteilen sie vor Ort. Joan Mascarell, Sportverantwortlicher der Stadt Oliva, schildert gegenüber «El Diario»: «Wir haben eine Wasserqualitätsprüfung durchgeführt und festgestellt, dass es in beiden Schwimmbecken gleichzeitig passiert ist, im Freibad und im Hallenbad.»

Die Schwimmbäder wollen sich das nicht länger gefallen lassen. Die konservative Tageszeitung «La Razon» schreibt, dass nun teils auf private Sicherheitsdienste und Zugangskontrollen per Ausweis gesetzt wird.

Denn: Schwimmt die Wurst erst im Wasser, sind intensive Chlorbehandlungen und Tests zum Ausschluss von krankmachenden Bakterien wie E.coli nötig. Oft ist eine Schliessung von 24 bis 48 Stunden nicht mehr zu vermeiden. Badi-Scheisser können deshalb je nach Gemeindeverordnung mit einem jahrelangen Hausverbot und Bussen von bis zu 20'000 Euro (18'780 Franken) belegt werden. Die Bürgermeisterin von Burgos, Cristina Ayala (54), betonte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, das Verfahren werde «bis zur letzten Konsequenz» durchgezogen, nachdem vier Kinder im Alter von 11 bis 13 Jahren beim mutwilligen Darmentleeren ertappt worden waren.

Psychiater erklärt, warum so viele mitmachen

Jeder Stuhlgang führt eine Mischung aus Darmbakterien ins Wasser. Die Liste der möglichen Krankheitserreger ist dabei schier endlos. Ein Horror-Beispiel: Der Parasit Cryptosporidium kann selbst in ordnungsgemäss gechlortem Wasser tagelang überleben. Verschluckt ein Schwimmer verunreinigtes Wasser, drohen Symptome wie Durchfall, Erbrechen, Fieber und Bauchschmerzen. Kinder sind besonders gefährdet.

Dass so viele Kinder und Jugendliche bei der wortwörtlichen Scheiss-Challenge mitmachen, lässt sich laut dem spanischen Psychiater Andrés López mit einem Mitläufereffekt erklären. Suchterzeugende Mechanismen der sozialen Medien würden diese Art unsozialen Verhaltens begünstigen, sagt er Cadena SER.

«Braune Herausforderung» auch in Degersheim SG?

Die Serienschliessungen in Spanien wecken Erinnerungen an einen Vorfall in der Schweiz. Im Juni brachen Unbekannte in Degersheim SG in die dortige Badi ein und verrichteten ihr Geschäft im Pool. «Ja, uns hat jemand ins Schwimmbad geschissen», bestätigte Gemeindepräsident Andreas Baumann damals gegenüber Blick und erstattete im Namen der Gemeinde Anzeige. «Die Ermittlungen laufen noch, haben bisher aber keine Hinweise ergeben», heisst es dazu von der Kantonspolizei St. Gallen am Donnerstag. 

Baumann forderte die Täter damals auf, sich zu melden. Bisher erfolglos. «Leider hat sich bis heute niemand bei der Gemeinde gemeldet. Weder die Verursacher noch Zeugen, welche konkrete Angaben machen könnten», teilt er auf Blick-Anfrage mit. Ob es sich dabei auch um eine «braune Herausforderung» handelte?

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