«Da hört es auf lustig zu sein»
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Anzeige wegen «Vandalismus»:«Da hört es auf lustig zu sein»

Fäkalien im Schwimmbecken – Gemeindepräsi fordert Täter, sich zu melden
Ekel-Alarm in Badi Degersheim SG

Ausgerechnet im Hochsommer! Die Badi Degersheim SG blieb am vergangenen Samstag geschlossen. Der eklige Grund: Unbekannte sind in der Nacht eingebrochen und haben ihr Geschäft im Pool verrichtet. Die Gemeinde hat Anzeige erstattet, Badegäste sind stinksauer.
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Genau hier passierte es – im Schwimmbad von Degersheim SG.
Foto: Sandro Zulian

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Unbekannte verunreinigen Degersheimer Schwimmbad am Samstag mit Fäkalien
  • Gemeindepräsident: «Mehrere Täter» verantwortlich, Strafanzeige wurde erstattet
  • Verlust von Einnahmen: Tausende Franken, 50 wütende Anrufe am Samstag
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Sandro ZulianReporter News

Es ist fast zu eklig, um wirklich wahr zu sein. Der Gemeindepräsident von Degersheim SG, Andreas Baumann (50, SP), schüttelt den Kopf. Wegen Fäkalien im Becken blieb das Bad vergangenes Wochenende geschlossen. «Ja, uns hat jemand ins Schwimmbad geschissen», sagt Baumann unverblümt. 

Rückblende: Der vergangene Samstag hätte ein lupenreiner Sommertag mit Höchsttemperaturen von 31 Grad werden sollen. Badespass pur stand auf dem Programm – eigentlich.

Hier passierte die Schandtat. Im Bereich der Sprungtürme fanden die Bademeister am Samstagmorgen die «Gegel».
Foto: Sandro Zulian

Stattdessen machen die Bademeister frühmorgens im Schwimmbecken eine scheussliche Entdeckung. Im Wasser dümpelten mehrere «Gaggis» vor sich hin.

«Schlicht unverständlich»

«Tiere waren es keine», sagt Gemeindepräsident Baumann, der die unappetitliche Geschichte am Montag auf der Webseite der Gemeinde publik machte. Und ein dummer Streich eines einzigen Lausbuben auch nicht: «Aufgrund der vorgefundenen Menge gehen wir von mehreren Tätern aus.» Diese sollen ins Freibad eingebrochen sein. Bislang ist noch nicht bekannt, wer sich hinter dieser geschmacklosen Aktion verbirgt. Die Gemeinde Degersheim hat Strafanzeige erstattet.

Findet daran nichts mehr lustig: Der Degersheimer Gemeindepräsident Andreas Baumann (50, SP).
Foto: Sandro Zulian

Auf Anfrage redet auch Kantonspolizei-Sprecher Simon Anderhalden den «Gegel-Gangstern» ins Gewissen: Ein solches Verhalten sei «unappetitlich, respektlos und kann strafrechtliche Konsequenzen haben». Besonders stossend sei, dass damit bewusst eine öffentliche Freizeitanlage verunreinigt würde. Mehr sagt die Kapo St. Gallen nicht. Die Ermittlungen laufen.

Mühselige Reinigungsarbeiten und hässige Anrufe

Der eklige Fund ist nun bereits mehrere Tage her, der Badebetrieb konnte am Sonntag wieder aufgenommen werden. «Allerdings nicht ohne mühselige Reinigungsarbeiten», sagt Gemeindepräsident Baumann: «Ein spezialisiertes Reinigungsunternehmen mit einem Tauchsaugroboter wurde aufgeboten.»

Der Kot wurde aus dem Wasser entfernt, der Chlorgehalt angehoben und später Frischwasser zugegeben. So konnte das Schwimmbad langsam wieder badetauglich gemacht werden.

Doch der Badetag vom Wochenende war hin. «Mehrere Tausend Franken» an Einnahmen seien der Badi dadurch verloren gegangen, kann man aus dem Umfeld der Gastro-Mitarbeiterinnen vernehmen. Völlig unnötig sei das.

Und als wäre das nicht genug, gab es am Samstagmorgen an die 50 wütenden Anrufe: Frustrierte Badegäste, die gerne zur dringend benötigten Abkühlung gekommen wären.

«Täter sollen den Mut haben, sich zu melden»

An die Adresse der Täter hat der Gemeindepräsident eine klare Botschaft: «Sie sollten den Mut haben, sich bei mir zu melden. Dann können wir es miteinander anschauen. Das fände ich grossartig.» Grosse Hoffnungen darauf macht sich Baumann aber nicht. «Wenn sie den Mut nicht haben, sollen sie sich wenigstens überlegen, was ihr Handeln für Auswirkungen hat.»

Baumann wendet sich auch an die Badegäste: «Es tut mir leid für alle, die am Samstag nicht ins Bad konnten.» Jugendlicher Leichtsinn sei das eine, aber: «Die Täter merkten nicht, dass einen Tag später ihretwegen ein ganzes Dorf nicht mehr in die Badi konnte.»

«Jeden Abend die Badi putzen!»

Ganz so diplomatisch wie der Gemeindepräsident sind die Gäste, die Blick am Dienstag im Freibad antrifft, nicht. Hier ist die Wut gegenüber den Tätern auf der Liegewiese spürbar. Vreni (66) aus Flawil SG fordert für die bislang unbekannten Täter: «Mit Rang und Namen in die Zeitung, damit alle wissen, wer es war. Und dann Fronarbeit machen! Jeden Abend die Badi putzen, dass sie es lernen.»

«Finde es eine verdammte Schweinerei»
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Badegäste stinksauer:«Finde es eine verdammte Schweinerei»

Noch ein bisschen deutlicher wird Besucherin Monika (64), ebenfalls aus Flawil: «Ich bin sehr enttäuscht, dass es Junge gibt, die sich nicht an die Regeln halten können und hier reinscheissen!» Sie fordert: eine Woche Strafarbeit, «um die Kosten zurückzuzahlen».

Monika (64) aus Flawil SG. «Ich bin sehr enttäuscht», sagt sie.
Foto: Sandro Zulian

Eine «verdammte Schweinerei, was die geboten haben», nennt Christina (64) aus Degersheim die Fäkal-Aktion. «Wir sind extra hier hochgefahren und dann war zu», sagt sie. Und die Steuerzahler müssten für die Reinigung aufkommen.

Christina (64) aus Degersheim
Foto: Sandro Zulian

Die Mutmassungen und Gerüchte über die möglichen Täter gehen derweil weit auseinander. Manche haben hier im Bad das Grümpelturnier vom Wochenende im Verdacht. Andere vermuten eine Mutprobe. Wiederum andere werweissen, ob jemand dem relativ jungen Bademeisterteam, das noch nicht lange in Degersheim amtet, aus Neid eins auswischen wollte.

Aus Bademeisterkreisen erfährt Blick dann aber noch das Glück im Unglück: «Wäre der Kot flüssig gewesen, hätten wir eine ganze Woche zumachen müssen.»

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