Darum gehts
- Im Kanton Bern verletzten Social-Media-Challenges zwei Jugendliche unterschiedlich schwer
- Die Kantonspolizei warnt vor lebensbedrohlichen Risiken dieser gefährlichen Trends
- Ermittlungen laufen, Jugendanwaltschaft involviert, Polizei gibt Tipps für Eltern
In den vergangenen Wochen kam es im Kanton Bern zu zwei Vorfällen im Zusammenhang mit einem Trend, der mit unterschiedlichen Namen wie «Pilotentest», «Choking Challenge» oder «Blackout Challenge» derzeit wieder auf diversen Social-Media-Plattformen kursiert. Dieser beinhaltet unterschiedliche Würgespiele, die teils bis zur Bewusstlosigkeit durchgeführt werden.
In einem Fall erlitt ein Jugendlicher infolge einer solchen Challenge schwere Verletzungen. In einem anderen Fall wurde ein Jugendlicher leicht verletzt. In beiden Fällen laufen Ermittlungen unter der Leitung der kantonalen Jugendanwaltschaft.
Die Kantonspolizei Bern weist darauf hin, dass solche Challenges zu lebensbedrohlichen Situationen führen können, und mahnt in diesem Zusammenhang zur Vorsicht. Sie gibt Erziehungsberechtigten, Lehrpersonen, Schulsozialarbeitenden und anderen Vertrauenspersonen folgende Empfehlungen:
- Sprechen Sie regelmässig mit Ihren Kindern über Trends im Internet – verurteilen Sie die Challenges nicht pauschal, sondern zeigen Sie Interesse an den Inhalten, die Ihr Kind beschäftigen, und thematisieren Sie mögliche Risiken frühzeitig.
- Ermutigen Sie Ihr Kind, von seinen Erfahrungen auf Social Media zu erzählen – insbesondere dann, wenn ihm etwas unangenehm erscheint oder es sich unwohl fühlt.
- Verwenden Sie dabei altersgerechte Sprache ohne Angst zu erzeugen.
- Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Risiken, Gefahren und möglichen Folgen von Social-Media-Challenges und Mutproben. Kindern und Jugendlichen sind die tödlichen Gefahren von Würgespielen meist nicht bekannt bzw. bewusst und sie wissen nicht, dass sie ihr Leben riskieren.
- Ermutigen Sie Ihr Kind, eigene Grenzen zu respektieren und auch die Grenzen anderer ernst zu nehmen. Weisen Sie Ihr Kind darauf hin, bei gefährlichen Challenges nicht mitzumachen. Besprechen Sie gemeinsam, was Ihr Kind bei Drucksituationen oder
Drohungen tun kann und wie es aus einer Challenge aussteigen kann. - Falls Ihr Kind ähnliche Übergriffe erlebt – etwa in der Schule oder bei Freizeitangeboten – melden Sie sich bei den Betreuungspersonen (z.B. Schulleitung, Schulsozialarbeit etc.) und informieren Sie die Polizei.
- Wenden Sie sich für weitere Informationen an entsprechende Beratungsstellen, beispielsweise: «Social Media Challenges – harmloser Spass oder reale Gefahr?»