Sting-Drohnen machen Jagd auf Shahed-Drohnen
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Kosten nur gut 2000 Franken:Sting-Drohnen machen Jagd auf Shahed-Drohnen

Bald auch im Nahen Osten im Einsatz?
Mit diesen Abfangdrohnen jagt die Ukraine iranische Schaheds

Schon seit 2022 setzt Russland iranische Schahed-Drohnen im Krieg gegen die Ukraine ein. Doch Kiew schlägt mit Abfangdrohnen zurück. Dabei setzt man auf besonders günstige, schnelle und leicht verfügbare Modelle. Dies könnte nun auch der USA im Nahen Osten helfen.
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Um Schahed-Kamikaze-Drohnen (im Bild) abzufangen, setzt die Ukraine im Krieg mit Russland auf ganz bestimmte Abfangdrohnen.
Foto: Middle East Images/AFP via Getty

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Ukraine setzt günstige Abfangdrohnen wie General Cherry Bullet im Kampf ein
  • General Cherry Bullet kostet 1600 Franken, erreicht 310 km/h, 20 km Reichweite
  • P1-Sun-Drohne für 780 Franken, 300 km/h, mit 3D-Drucker herstellbar
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Sandra MarschnerRedaktorin News-Desk

Sie jagen die iranischen Schahed-Kamikaze-Drohnen oder die russischen Geran-Drohnen – und kosten selbst nur wenige Tausend Dollar. Die Ukraine setzt im Kampf gegen Russland auf verschiedene Abfangdrohnen mit unterschiedlichen Fähigkeiten. Sie alle verbindet ihr niedriger Preis.

Nun dürfte das ukrainische Wissen um die Abwehr von Drohnen sowie das Waffenarsenal auch im Krieg im Nahen Osten einen Vorteil bieten. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski (48) hatte bereits erklärt, eine US-Anfrage zur Unterstützung bei der Drohnenabwehr im Iran-Krieg erhalten zu haben. Er kündigte an, Ausrüstung zu liefern und ukrainische Experten zu entsenden. Doch was steckt eigentlich hinter der ukrainischen Drohnenabwehr? 

General Cherry Bullet

Die Abfangdrohne General Cherry Bullet ist für hohe Geschwindigkeiten und einen schnellen Einsatz ausgelegt. Im Januar stellte das ukrainische Militärtechnologieunternehmen General Cherry die Drohne vor. Laut General Cherry erreicht die Bullet eine Geschwindigkeit von 310 km/h und bewältigt eine Flugdauer von bis zu 25 Minuten im Reiseflug und zwei bis vier Minuten im Burst-Modus. Bestückt wird sie mit einer Sprengkopfmasse von 0,4 bis 0,8 Kilogramm. Ihre taktische Reichweite liegt bei 17 bis 20 Kilometern. Die Flughöhe liegt bei 3000 Metern. 

Foto: AP

Die Drohne ist batteriebetrieben. Zusätzlich sind vier Elektromotoren mit Zweiblattpropellern an den Spitzen von vier Deltaflügeln angebracht. Neben dem Sprengkopf besitzt die Bullet auch eine optoelektronische Kamera (Lichtsensor-Kamera) und Funkkommunikation. Per FPV-Brille (Videobrille zur First-Person-View) und KI-Unterstützung lässt sich die Drohne zu ihrem Ziel lenken. Die Kosten für eine General Cherry Bullet: Laut Unternehmen gibt es diese bereits ab etwa umgerechnet 1779 Dollar (rund 1600 Franken). Im Online-Shop von General Cherry lassen sich verschiedene Drohnen-Versionen einfach bestellen. 

Sting

Laut dem ukrainischen Hersteller Wild Hornets ist die Abfangdrohne Sting «derzeit der wirksamste Abfangjäger gegen Drohnen vom Typ Schahed». Laut Wild Hornets liegt die durchschnittliche Abfangrate der Drohne bei 80 bis 90 Prozent. Die Sting erreicht eine Geschwindigkeit von bis zu 280 km/h und hält diese auch für 6 Minuten. Ihre taktische Reichweite liegt nach Herstellerangaben bei 18,5 Kilometer, sie kann aber auch bis zu 37 Kilometer weit fliegen. Auch bei der Sting handelt es sich um eine FPV-Drohne. 

Foto: REUTERS

Der Hersteller betont auf seiner Webseite, dass der Umgang mit der Sting schnell zu erlernen sei. Es brauche weniger als zwei Tage Training, um die Waffe gezielt einzusetzen. Die Drohne hat eine Quadcopter-Form und ist etwa so gross wie eine Thermoskanne. Per Wärmebildkamera werden Ziele ausfindig gemacht. Die Kosten für die Sting: etwa 2500 Dollar (rund 1970 Franken). 

P1-Sun

Sie lässt sich grösstenteils per 3D-Drucker herstellen und erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 300 km/h: die P1-Sun-Drohne des ukrainischen Drohnen-Herstellers Skyfall. In ihrem Aussehen ähnelt sie der Sting und besitzt ebenfalls die Grösse einer Thermoskanne. Die Drohne fliegt bis zu 20 Kilometer weit und kann mit bis zu einem Kilogramm Sprengstoff bestückt werden. Die P1-Sun setzt auf Computer-Vision und Wärmebildtechnik. Die Kosten liegen pro Drohne umgerechnet bei gerade einmal 1000 Dollar (rund 780 Franken). Skyfall gibt an, pro Monat mehrere Tausend Einheiten herstellen zu können. 

Foto: REUTERS


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