Darum gehts
- Russische Angriffe unterbrechen Tschernobyls Stromversorgung, nukleare Sicherheit bleibt unklar
- IAEA fordert dringende Reparatur der beschädigten Schutzhülle seit Februar 2025
- Atomkraftwerk seit 40 Jahren zerstört, Reparaturen für 2026 geplant
Nicht nur die ukrainische Bevölkerung ist im Moment vom Strom abgeschnitten. Russische Luftangriffe haben zeitweise die Stromversorgung des Atomkraftwerks Tschernobyl unterbrochen. Das berichtet der «Corriere della Sera». Der urkainische Präsident Wolodimir Selenski (47) verurteilte die Angriffe aufs Schärfste. Am Dienstagnachmittag berichtete der französische Fernsehsender BFMTV, dass die Stromversorgung wieder hergestellt wurde.
Der Reaktor des Atomkraftwerks wurde vor vierzig Jahren bei einem Unfall zerstört. Um die Strahlung der Kernschmelze einzudämmen, wurde die Anlage mit einer Betonkuppel überzogen, dem sogenannten «Sakophag». Ob dieser Unterbruch der Stromversorgung einen Einfluss auf die nukleare Sicherheit von Tschernobyl hatte, ist noch unklar. «Wir beobachten die Entwicklungen genau, um die Auswirkungen zu beurteilen», erklärt der Direktor der internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) auf X.
Schutzhülle seit fast einem Jahr beschädigt
Es ist nicht das erste Mal, dass Tschernobyl im Zuge des Krieges in der Ukraine angegriffen wird. In dem seit knapp viereinhalb Jahren andauernden russischen Angriffskrieg kommt es immer wieder zu Zwischenfällen an den teilweise stillgelegten Atomkraftwerken in der Ukraine.
Nach einem russischen Drohneneinschlag im Februar 2025 meldete etwa die IAEA, die Schutzhülle der Anlage müsse dringend saniert werden. Nur so sei eine langfristige nukleare Sicherheit gewährleistet. Die Hülle habe aufgrund der russischen Angriffe ihre primäre Schutzfunktion verloren, hiess es damals. Das schliesse auch ihre Eindämmungsfähigkeit der Strahlung ein. Reparaturen sollen im Jahr 2026 stattfinden.