Darum gehts
- Kiew seit über einer Woche ohne Heizung, Strom und Wasser
- Stadt organisiert 1200 Aufwärmstuben in Schulen, Zelten und Cafés
- Minusgrade erfordern kreative Lösungen wie Zelte oder gemeinsames Heizen kleiner Räume
Seit über einer Woche haben die Einwohner der ukrainischen Hauptstadt Kiew kaum Heizung, Strom und Wasser. Ein schwerer russischer Luftangriff hat gezielt die Versorgungsnetze der Drei-Millionen-Stadt lahmgelegt. Dabei herrscht strenger Frost mit zweistelligen Minusgraden. Wohnungen kühlen aus. Lifte in Hochhäusern funktionieren nicht.
Die Stadt hat etwa 1200 sogenannte «Punkte der Unbeugsamkeit» eingerichtet. Das sind Aufwärmstuben in Schulen, Kindergärten und ähnlichen Gebäuden oder mobil in Zelten. Dort kann man auch heissen Tee trinken und Handys, Powerbanks oder Laptops aufladen. Auch in Läden oder Cafés mit einem Generator kann man sich aufhalten.
«Gemeinschaft hilft, die Seele zu wärmen»
Das Nachrichtenportal «Ukrajinska Prawda» sammelte Tipps, wie man unter eisigen Bedingungen warm bleibt. Geraten wird unter anderem:
- Sich bewegen. Kein Sport, aber alle 30 bis 40 Minuten etwas Gymnastik, aktive Spiele oder Tanzen.
- Wenn es eine Wärmequelle in der Wohnung gibt, nur das kleinste Zimmer heizen. Die Familie dort versammeln. Fenster und Türen abdichten.
- In der Wohnung ein Zelt aufstellen oder eine Höhle bauen wie in Kindertagen, gepolstert mit Decken oder Pelzmänteln. Darin könne es fünf bis sieben Grad und damit spürbar wärmer sein als aussen.
- Nicht den ganzen Körper waschen, um nicht auszukühlen. Nur Hygiene einzelner Körperteile.
- Umarmen, Kuscheln oder Sex haben, wenn auch nicht vollständig entkleidet. «Das ist ein gutes Anti-Stress-Mittel: Umarmungen und Sex senken den Stresspegel», wird eine Ärztin zitiert.
- Das Auto nur kurzzeitig zum Aufwärmen nutzen. Auf keinen Fall darin schlafen.
- Gemeinschaft schaffen: Ein Picknick mit den Nachbarn im Hof, Singen, Tanzen. «Gemeinschaft hilft, die Seele zu wärmen, das ist nicht weniger wichtig als ein warmer Körper.»