Darum gehts
- US-Arzt Peter Stafford (39) mit Ebola nach Deutschland verlegt, nicht USA
- Seine Behandlung in Berlin erforderte isolierte Röhre und mehrere Flüge
- 2014 wurden zwei Ebola-Patienten in die USA evakuiert, Trump kritisierte
Ein amerikanischer Arzt, der sich bei seiner Arbeit in der Demokratischen Republik Kongo mit dem Ebola-Virus infizierte, durfte nicht in die USA zurückkehren. Wie die «Washington Post» berichtet, wurde die Evakuierung und Behandlung von Peter Stafford (39) durch die Entscheidung der US-Regierung, ihn nicht ins Land zu lassen, verzögert.
Statt in sein Heimatland wurde der 39-Jährige dann nach Deutschland gebracht und wird nun in der Charité in Berlin behandelt. Stafford war für eine christliche Organisation tätig und infizierte sich bei seiner Arbeit in einem Spital in einer abgelegenen Provinz.
Rückführung erst genehmigt
Wie die Zeitung weiter schreibt, habe Stafford zuletzt nicht mehr ohne Hilfe gehen können und litt unter Fieber und Übelkeit. Die US-Gesundheitsbehörde CDC hatte sich erst für eine Rückführung Staffords in die Vereinigten Staaten ausgesprochen. Seine Überführung nach Deutschland band mehrere Flüge sowie den Transport in einer speziell isolierten Röhre mit ein.
Ärzte für Infektionskrankheiten, die Ebola-Patienten betreut haben, sagen, dass die wichtigste Behandlungsmethode die frühzeitige Erkennung der Infektion in Verbindung mit effektiver Isolation und fortgeschrittener unterstützender Pflege ist. Eine Infektion kann innerhalb weniger Tage zu Multiorganversagen führen.
Trump wetterte gegen Regierung bei Ausbruch 2014
Beim Ebola-Ausbruch in Westafrika 2014 wurden zwei amerikanische Patienten nach Atlanta evakuiert. Donald Trump (79) kritisierte diesen Schritt damals heftig. «Wie inkompetent sind unsere Führungskräfte, wenn sie zulassen, dass diese mit Ebola infizierten Menschen in unser Land kommen, mit all den damit verbundenen Problemen und Gefahren!», schrieb er damals auf Twitter.
Den Vorwurf, dass das Weisse Haus nun diese Entscheidung aus Angst vor der öffentlichen Wahrnehmung getroffen habe, weist ein Sprecher entschieden zurück. «Die Charité in Deutschland ist eine der besten Einrichtungen weltweit für die Behandlung und Eindämmung von Viruserkrankungen wie Ebola», erklärte dieser.