Darum gehts
- US-Regierung fordert Bürger zur Ausreise aus Israel auf, Eskalation droht
- Iran könnte Krieg vorbereiten, Anti-Schiffs-Raketen von China geplant
- Oman vermittelt, Gespräche zwischen USA und Iran Montag in Wien
Die Aussagen der US-Regierung wirken immer dringlicher. Das Aussenministerium rät seinen Staatsbürgern in Israel am Freitag, «eine Ausreise in Erwägung zu ziehen». Ausserdem wird von Reisen nach Israel momentan dringend abgeraten.
Noch schärfer ist der Ton, den der US-Botschafter in Israel anschlägt. Mike Huckabee (70) rät seinen Mitarbeitern, die das Land mit dem Flugzeug verlassen wollen, dies, wenn möglich, «noch HEUTE» zu tun.
Rubio soll nach Israel reisen
«Oberste Priorität hat die schnellstmögliche Ausreise aus dem Land», heisst es in seiner E-Mail weiter, die dem «Guardian» vorliegt. «Konzentrieren Sie sich darauf, einen Sitzplatz zu einem beliebigen Ziel zu bekommen, von dem aus Sie Ihre Reise nach Washington D. C. fortsetzen können.» Nur Regierungsangestellte, die unbedingt gebraucht werden, sollen in Israel bleiben.
Währenddessen kündigt US-Aussenminister Marco Rubio (54) an, am Montag nach Israel reisen zu wollen. Rubio wolle dort «eine Reihe regionaler Prioritäten erörtern», heisst es in einer Stellungnahme des Aussenministeriums.
Trump: «Nicht glücklich» mit Iran
Auch US-Präsident Donald Trump (79) äusserte sich nun zur Situation: «Ich bin nicht glücklich darüber, wie sie sich verhalten», sagte Trump in Washington über die Iraner. «Sie sollten ein Abkommen abschliessen, das wäre klug von ihnen.» Der Iran habe bislang nicht eingewilligt, auf den Besitz und den Erwerb von Atomwaffen zu verzichten. «Wir wollen, dass der Iran keine nuklearen Waffen besitzt, und genau diese wichtigen Worte sagen sie nicht.»
Dabei haben iranische Vertreter diese Formulierung nachweislich mehrfach verwendet. Doch kann man diesen Aussagen trauen? Trump tut es offensichtlich nicht: «Iran wird niemals Atomwaffen besitzen … jedenfalls nicht während meiner Amtszeit», betonte er. «Wir haben noch keine endgültige Entscheidung getroffen, aber ich strebe jetzt eine Einigung an.»
Zugleich äusserte Trump sich mit Blick auf ein mögliches militärisches Vorgehen: Es wäre netter, wenn ein Militäreinsatz nicht nötig sei – «aber manchmal muss man es auf diesem Weg machen», sagte er. Trump betonte, dass er das «stärkste Militär der Welt» gerne nicht einsetzen wolle. Eine abschliessende Entscheidung zum weiteren Kurs habe er bislang nicht gefällt.
Anzeichen auf Krieg verdichten sich
Diese Aufforderungen deuten darauf hin, dass die Situation zwischen den USA und dem Iran zu eskalieren droht. Die Streitpunkte zwischen den beiden Ländern sind unter anderem das iranische Nuklearprogramm und die feindselige Haltung des Irans gegenüber Israel.
In den letzten Tagen verdichteten sich die Anzeichen, dass es bald zu einem Konflikt am Persischen Golf kommen könnte. Am Donnerstag verliess der grösste Flugzeugträger der US-Marine seinen Stützpunkt auf der Insel Kreta. Ob er sich auf dem Weg Richtung Nahost befindet, ist nicht bekannt.
Auch der Iran scheint sich für einen möglichen Krieg zu rüsten. Ebenfalls am Donnerstag wurde bekannt, dass Teheran kurz vor einem Abkommen mit China über den Kauf von Anti‑Schiffs-Raketen steht. Diese Waffen würden die Schlagkraft des Landes deutlich erhöhen und eine Bedrohung für die US-Marine in der Region darstellen.
Oman will weiter vermitteln
Im Schatten dieser immer deutlicher werdenden Bedrohung reist der omanische Aussenminister am Freitag nach Washington. Das arabische Land gilt als der Schlüsselvermittler zwischen dem Iran und den USA. Es könnte die letzte Möglichkeit sein, US-Präsident Donald Trump (79) von einem Angriff abzuhalten.
Wie der «Guardian» weiss, will sich der omanische Abgeordnete in der Hauptstadt mit Vizepräsident J. D. Vance (41) treffen. Am Donnerstag hatten in Genf die vorerst letzten Verhandlungen zwischen den beiden Ländern stattgefunden.
Ein Durchbruch konnte aber nicht erzielt werden. Iranische Abgeordnete sprachen allerdings von der «besten und ernsthaftesten Runde» bisher. Die Gespräche sollen laut dem «Deutschlandfunk» trotz wachsender Spannungen ab Montag in Wien fortgesetzt werden.