Achtung, neue Betrugsmasche!
Was hinter den «Russischen Callcentern» steckt

In Deutschland mehren sich derzeit neue Betrugsfälle im Bereich Telefonbetrug. Die Masche, die unter dem Schlagwort «Russisches Callcenter» bekannt ist, könnte auch ihren Weg in die Schweiz gefunden haben. Blick zeigt, wie du dich und andere davor schützen kannst.
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In Bayern kam es vergangene Woche zu drei Fällen von Betrug durch die «Russische Callcenter»-Methode. (Symbolbild)

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Russischsprachige Betrüger zielen auf ältere Menschen mit Schockanrufen in Bayern
  • Eine Seniorin übergab dreimal Bargeld, Tochter erkannte später den Betrug
  • 2023 verursachten Telefonbetrüger in der Schweiz Schäden von 11 Mio. Franken
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Wiebke KöhneRedaktorin Newsdesk

Vergangene Woche warnte das deutsche Polizeipräsidium Oberpfalz in Bayern in einer Medienmitteilung vor einer neuen Betrugsmasche. Dabei handelt es sich um eine spezifische Form des Schockanrufs. Russischsprachige Abzocker suchen sich gezielt ältere oder vulnerable Personen aus der russischsprachigen Community aus, um diese dann per Telefon zu überrumpeln. Die gemeinsame Sprache dient dazu, sich ihr Vertrauen schneller zu erschleichen. 

In der Oberpfalz kam es durch die «Russische Callcenter-Methode» am vergangenen Montag zu drei vollendeten Betrugsfällen. In diesen Fällen gaben sich die Gauner überwiegend als Polizisten aus und verlangten von ihren betagten Opfern Bargeld. Die Forderungen begründeten sie damit, dass Angehörige in Unfälle verwickelt worden seien und es sich bei dem Geld um Kautionszahlungen handle. Die Beträge bewegten sich dabei vom unteren vierstelligen Bereich bis zu einer hohen fünfstelligen Summe. 

Drei Treffen mit dem Betrüger

Die Geldübergaben fanden persönlich statt. In einem Fall traf sich ein dunkel gekleideter Kurier insgesamt dreimal mit einer Seniorin in ihrem Zuhause. Erst nach dem dritten Treffen erkannte die Tochter der Geschädigten den Betrug und verständigte die Polizei. Die Ermittlungen der örtlichen Polizeien dauern derzeit noch an. 

Auch in der Schweiz machen Telefonbetrüger gut Kasse. Im Jahr 2023 belief sich der Schaden aus gemeldeten Schockanrufen auf unglaubliche elf Millionen Franken. Blick fragt bei den Kantonspolizeien an, ob ihnen die «Russische Callcenter»-Masche bekannt ist und was sie zur Prävention raten.

Derzeit noch keine spezifischen Fälle bekannt

Die Vorgehensweise bei Schockanrufen ist schweizweit bekannt. Die Kantonspolizei St. Gallen teilt auf Anfrage von Blick mit, dass von jährlich über 700 registrierten Telefonbetrug-Fällen etwa 30 Prozent durch falsche Polizisten erfolgen — genauere Details zu Sprache oder Vorgehensweise werden laut der Behörde nicht separat erfasst. Die Kantonspolizei Zürich bestätigt zudem fremdsprachige betrügerische Anrufe durch vermeintliche Callcenter. 

Wie die Kantonspolizei Luzern gegenüber Blick mitteilt, ist bei ihnen aktuell noch keine Betrugsmasche bekannt, die es gezielt auf russischsprachige Opfer abgesehen hat. Auch liefern die internen Statistiken keine Belege dafür. Grundsätzlich beschäftige man sich aber auch in Luzern mit dem Problem von Schockanrufen. Auch die Kantonspolizei Bern teilt mit, dass derzeit noch keine spezifischen Fälle im Bereich «Russisches Callcenter» bekannt sind. 

Anrufe bei Misstrauen immer melden

Alle Kantonspolizeien warnen vor Telefonbetrügern und schalteten hierzu eigene Websites mit Verhaltenstipps auf. Besonders wichtig in Bezug auf die falschen Polizisten: Schweizer Behörden verlangen niemals Kautionen oder Vorauszahlungen für Spitalaufenthalte oder Operationen! Auch können alle Anrufe, die einen misstrauisch machen, einfach verifiziert werden. Hierzu muss man die verdächtigen Anrufe umgehend über die Notrufnummer 117 bei der Polizei melden. 

Die Kantonspolizei Basel-Stadt veröffentlicht zudem regelmässig
Mitteilungen, wenn sich eine bestimmte Form von Betrug häuft. Zudem führen sie Informationsveranstaltungen und Schulungen durch. Laut der Kantonspolizei Basel-Stadt stossen diese aktuell auf ein grosses Interesse.

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