Darum gehts
- Jared Kushner präsentiert «New Gaza»-Pläne am WEF in Davos 2026
- Vision umfasst 180 Wolkenkratzer, 100'000 Wohnungen, Flughafen und Hafen
- Über 60 Millionen Tonnen Trümmer im Gazastreifen erschweren Aufbau erheblich
Es ist eine Mischung aus Miami, Dubai und einem Science-Fiction-Film: Jared Kushner (45), Schwiegersohn und Berater von US-Präsident Donald Trump (79), hat am Weltwirtschaftsforum in Davos seine Vorstellungen für die Zukunft des Gazastreifens präsentiert.
Innerhalb weniger Jahre wolle man über 180 Wolkenkratzer und 100'000 neue Wohnungen errichten. Zudem sollen Strassen, ein Flughafen und ein Hafen entstehen. «Im Nahen Osten bauen sie solche Städte in drei Jahren», sagte Kushner. «Das ist machbar – wenn wir es möglich machen.» Geplant seien acht Wohngebiete, die durch Parks, landwirtschaftliche Flächen und Sportanlagen ergänzt werden.
Katastrophale Zustände in Gaza
Die Vereinten Nationen und die Palästinenser bewerten das Projekt weniger realistisch. Denn: Durch den Krieg verwandelten sich Wohngebiete in Schutthalden. Die Menschen leben in Zelten, die medizinische Versorgung ist katastrophal.
Nach Schätzungen des Uno-Büros für Projektdienste befinden sich im Gazastreifen über 60 Millionen Tonnen Trümmer – eine Menge, die fast 3000 Containerschiffe füllen würde. Bereits der Abtransport dieses Schutts dürfte mehr als sieben Jahre in Anspruch nehmen, zusätzlich erschwert durch die langwierige Räumung von Minen und nicht explodierter Munition, heisst es in der Schätzung.
Unter dieser Bedingung kann «New Gaza» entstehen
Die von Kushner vorgestellte Vision für ein «New Gaza» sei innerhalb von rund drei Jahren umsetzbar – aber nur unter einer klaren Voraussetzung: Die Hamas müsse vollständig entwaffnet werden.
Der neu gegründete «Friedensrat», dem US-Präsident Donald Trump vorsteht, arbeite nun daran, dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen. Ob die Hamas sich diesem Komitee unterordnen wird, ist fraglich.
Aufbau kostet wohl 70 Milliarden Dollar
Kushner betonte, dass ohne stabile Sicherheitsverhältnisse weder Investoren gewonnen noch wirtschaftliche Entwicklung möglich sei. Nach einer gemeinsamen Einschätzung von Uno, EU und Weltbank belaufen sich die Ausgaben für den Wiederaufbau auf etwa 70 Milliarden US-Dollar. Die Arbeiten sollen zunächst in Rafah beginnen und dann auf Gaza-Stadt ausgeweitet werden.
Offen bleibt, wo die Menschen in dieser Zeit leben sollen. Kushner äusserte sich weder zur Minenräumung noch zur Unterbringung der Bevölkerung während der Zeit des Aufbaus.