17-Jähriger in Dusche getötet – Ärtze erklären
Das passiert bei einem Stromschlag im Körper

Die Auswirkungen eines Stromschlags auf den Körper können unterschiedlich ausfallen und werden von vielen Faktoren beeinflusst. Zwei Ärzte erklären gegenüber Blick, was entscheidend ist und wo die häufigsten Gefahren lauern.
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Auch eine gewöhnliche Steckdose kann einen tödlichen Stromschlag verursachen.
Foto: Imago

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Ein Teenager (17) starb im August auf Kimolos durch Stromschlag
  • Experten betonen: Wasser verstärkt die Gefährlichkeit von Stromschlägen erheblich
  • Schon 50 Milliampere können tödlich sein, Haushaltsstrom hat 230 Volt
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Wiebke KöhneRedaktorin Newsdesk

Der tragische Unfall am vergangenen Wochenende erschüttert die griechische Insel Kimolos. Vermutlich aufgrund eines Defekts in der Verkabelung erlitt ein Teenager (†17) am Sonntag einen Stromschlag unter der Dusche – er verstarb sofort. Wenn unser Körper unter Strom gesetzt wird, besteht ab einer effektiven Stromstärke von 50 Milliampere eine akute Lebensbedrohung. Diese Gefahr kann bereits von Haushaltsgeräten ausgehen, die an einer Steckdose mit der Standard-Netzspannung von 230 Volt angeschlossen sind.

Trotzdem überlebten Menschen schon Blitzschläge, die mit einer Stromstärke von bis zu 200'000 Ampere auf den Körper einwirken können. Viele Faktoren spielen gleichzeitig eine Rolle, wenn es um die physischen Folgen durch einen Stromschlag geht. Auf Anfrage von Blick erklären zwei Experten, worauf es ankommt. 

Der Weg des Stroms ist ausschlaggebend

«Bei einem Stromschlag wird der Körper Teil eines Stromkreises», beschreibt Wolf Hautz, leitender Arzt am Inselspital Bern, die Ausgangslage der allermeisten Stromunfälle. Dabei seien Stromwege, die durch den Oberkörper führen, etwa von Hand zu Hand oder von Hand zu Fuss, besonders gefährlich. «Je näher der Stromweg am Brustkorb verläuft, desto grösser ist das Risiko für lebensgefährliche Herzrhythmusstörungen.»

Neben dem Herzen können auch weitere Organe geschädigt werden. Laut Victor Speidel, Co-Chefarzt im Notfallzentrum des Spitals Region Oberaargau in Langenthal BE, können durch die entstehende Hitze ab einer gewissen Stromstärke schwere Verbrennungen an Muskeln und umliegendem Gewebe auftreten. Bei einem Stromweg, der über den Kopf führt, könne durch eine Schädigung des Atemzentrums im Gehirn zudem ein Atemstillstand ausgelöst werden. 

Beide Experten geben an, dass der Strom Nerven und Muskeln stört und dadurch Krämpfe ausgelöst werden können. 

Sowohl Stromstärke als auch Strommenge sind entscheidend

Auftretende Muskelverkrampfungen sind ein Grund dafür, weshalb Stromschläge auch bei Stromstärken unter 50 Milliampere kritisch werden können. Wie die Unfallversicherung Suva auf ihrer Website beschreibt, liegt die sogenannte Loslassgrenze bei etwa 15 Milliampere – danach werden Krämpfe häufig so stark, dass wir die Stromquelle nicht mehr von selbst loslassen können. Als Folge davon tritt über längere Zeit mehr Strom in den Körper ein als bei einem kürzeren, dafür stärkeren Stromschlag. Haushaltsstrom wird laut Speidel häufig dann zur Gefahr, wenn ein Fehlerstrom-Schutzschalter fehlt.

Auch Hautz bestätigt, dass sowohl die Menge als auch die Stärke des Stroms das Risiko erheblich beeinflussen. «Beides ist gefährlich. Ein starker Stromschlag kann sofort schwere Schäden auslösen», und weiter: «Kritisch wird es vor allem dann, wenn das Herz betroffen ist, starke Muskelkrämpfe auftreten oder Bewusstsein und Atmung beeinträchtigt sind».

Beide Ärzte geben an, dass die Gefährlichkeit eines Stromschlags massiv zunimmt, wenn Wasser involviert ist. Egal ob am Körper, wo die Feuchtigkeit den Hautwiderstand senkt, oder in der Umgebung, wo es den Strom leitet. 

Diese Gefahrenquellen drohen im Haushalt

«In der Nähe von Badewanne und Dusche sind potenziell alle Geräte tödlich, die mit dem Stromnetz verbunden sind», stellt Speidel klar. Er hebt Handys hervor, die am Ladekabel hängen und in die Badewanne fallen. Die Kombination aus Wasser, einer grossen Einwirkfläche und langer Einwirkdauer seien dabei absolut lebensgefährlich. 

Laut Hautz liegt das Hauptproblem meist an Defekten, Feuchtigkeit oder fehlerhafter Installationen – diese können bei allen Geräten auftreten. «In Nassräumen können schon kleine Installationsfehler gravierende Folgen haben», warnt er. 

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