Wildtier ersetzt Winston Churchill
Bank of England plant neue Nötli – und erntet Kritik

Ein Igel, ein Biber oder vielleicht doch ein Dachs? Die historischen Persönlichkeiten auf den britischen Pfund-Noten sollen bald durch Wildtiere ersetzt werden. Das sorgt bei den Konservativen für grosse Empörung.
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Seit 2017 ist der ehemalige britische Premierminister Winston Churchill auf der 5-Pfund-Note abgebildet.
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Churchill wird auf der britischen 5-Pfund-Noten durch ein Tier ersetzt
  • Für das Motiv stimmte der Grossteil in einer Bevölkerungsumfrage
  • Rechter Politiker Farage nennt Entscheidung ein «Symptom der ‹Woke›-Kultur»
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Nathalie BennRedaktorin Wirtschaft

In Grossbritannien ist eine neue Banknotenserie in Planung, wie es auch in der Schweiz der Fall ist. Die Bank of England will die derzeitigen historischen Figuren auf den britischen Geldscheinen durch Tiermotive ersetzen – und sorgt damit für rote Köpfe. Insbesondere im Fall von Winston Churchill (1874–1965).

Das Konterfei des früheren Kriegspremiers ist auf der Rückseite der blauen Fünf-Pfund-Note abgebildet. Zudem in der aktuellen Nötli-Serie vertreten: König Charles III. (77), die Autorin Jane Austen (1775–1817) oder der Programmierer Alan Turing (1912–1954). In der neuen Serie soll Churchill – wie die anderen Persönlichkeiten – nicht mehr auftauchen. Stattdessen sollen einheimische Tiere die künftigen Nötli zieren. Entsprechend gross ist die Aufregung in Teilen der britischen Bevölkerung. 

«Symptom der ‹Woke›-Kultur»

Aber nicht bei allen: Dass die britische Nationalbank auf diese Sujets setzt, hat einen Grund. In einer Befragung vom Sommer 2025 stimmte der Grossteil der 44'000 Teilnehmenden für das Motiv «Natur». Nur 38 Prozent wollen auch auf der neuen Serie historische Persönlichkeiten abgebildet sehen. 

Noch steht nicht fest, welches Tier genau Churchill ersetzen wird – besonders hoch im Kurs stehen laut britischen Medien der Biber oder der Igel. Trotzdem hagelt es aus rechten Politkreisen bereits scharfe Kritik. Nigel Farage (61), Chef der rechtspopulistischen Reform-Partei, nennt es ein «Symptom der ‹Woke›-Kultur». Dass Churchill, ein Symbol für den Widerstand gegen die Nazis, durch ein Tier ersetzt werde, sei banalisierend und gedankenlos, schreibt er auf Social Media. 

Banknötli werden immer wieder zum Politikum

Dabei ist es in Grossbritannien nicht das erste Mal, dass eine neue Banknotenserie Widerstand hervorruft und zum Politikum wird. Vor gut zehn Jahren war es ebenfalls die Person Churchill, die für Kritik sorgte – bei den Linken. Sein Konterfei löste 2017 jenes der Gefängnisreformerin Elizabeth Fry (1780–1845) auf der Fünf-Pfund-Note ab. Feministische Gruppen kritisierten, dass ein Mann eine Frau verdränge.

Die Bank of England wird diesen Sommer eine zweite Bevölkerungsumfrage starten, in der dann eine kuratierte Liste von möglichen Tieren vorgestellt werden soll. Dann zeigt sich, welcher Wald- und Wiesenbewohner Churchill ersetzen wird.

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