Darum gehts
- 61 Prozent der Befragten in der Schweiz nutzen regelmässig Bargeld
- Nur in Deutschland und Österreich sind es noch mehr
- Auch junge Deutsche und Österreicher wollen am Bargeld festhalten
Auch in Zeiten von Twint und Apple Pay ist Schweizerinnen und Schweizern Bargeld wichtig. Das unterstreichen die jüngsten Prognosen des GFS Bern zur Bargeld-Initiative vom 8. März: Hätte die Schweiz am 14. Februar abgestimmt, wäre sie zu 61 Prozent angenommen worden. Und auch eine neue Studie zur Bargeldnutzung in verschiedenen europäischen Ländern zeigt: Münz und Nötli bleiben hierzulande fester Bestandteil.
Dies geht aus dem jüngsten Bericht des Management- und Technologieberaters Bearing Point hervor. Dieser hat zusammen mit dem Marktforschungsinstitut Yougov im Dezember 1000 Personen in der Schweiz und acht weiteren europäischen Staaten online zu diesem Thema befragt. Demnach zahlen hierzulande über die Hälfte (61 Prozent) der Befragten regelmässig in bar. Die Schweiz liege damit im europäischen Mittelfeld, so die Studienautoren. Und klar hinter Hochburgen wie Deutschland und Österreich. Kein anderes untersuchtes Land hält so fest an seinen Bargeldgewohnheiten fest wie unsere deutschsprachigen Nachbarn.
Bargeldnutzung im Ländervergleich
Viel stärker kehren Nationen in Skandinavien dem Bargeld den Rücken: Dort spielt es im Alltag kaum mehr eine Rolle, wie die Analyse zeigt. In Dänemark zahlt noch knapp jede dritte Person regelmässig mit Münz und Noten. In Schweden ist es jede Vierte. Am bargeldaffinsten unter den nordischen Ländern ist derweil Finnland, wo 41 Prozent der Befragten angaben, noch immer regelmässig in bar zu bezahlen.
Nicht nur Alte nutzen Bargeld
Erwartungsgemäss zahlen vor allem Personen ab 55 und aufwärts noch lieber bar statt mit Plastik oder dem Handy. Interessant: Bei unseren deutschsprachigen Nachbarn wollen aber auch insbesondere Junge am Bargeld festhalten. 64 Prozent in Deutschland und 57 Prozent in Österreich der 18- bis 24-Jährigen geben an, weiterhin häufig Bargeld nutzen zu wollen.
Und das bleibt wohl bis auf weiteres so: 64 Prozent der Deutschen können sich eine Abkehr vom Bargeld in den nächsten zehn Jahren nicht vorstellen. Selbst in Dänemark, Schweden und Finnland liegt dieser Anteil bei 40 Prozent – und das, obwohl es die Skandinavier kaum noch nutzen.