Darum gehts
- Wegen einer geplanten Kernsanierung müssen die Lupo-Bar sowie zwei weitere Geschäfte in Zürich im Oktober 2026 schliessen
- Betreiber Sacchi plant mit seinen Geschäftspartnern einen Umzug
- 2023 wurde Lupo-Bar vom GaultMillau als «POP des Jahres» ausgezeichnet
Wer auf der Suche nach einem hippen Bar-Restaurant in der Stadt Zürich ist, ist bei der Lupo-Bar an der richtigen Adresse. Ausgefallene Cocktails, authentische Pasta, trendige Naturweine – und einen erstklassigen Negroni hat der Gastrobetrieb bei der Zürcher Kalkbreite im Angebot. Mitgründer und Betreiber Claudio Sacchi (42) wurde vom «Tages-Anzeiger» nicht umsonst zum «Negronimeister aus dem Kreis 4» gekürt. Doch die Negronis werden an der Badenerstrasse 155 nicht mehr lange ausgeschenkt: Das Lokal muss per Oktober 2026 schliessen, wie die Zeitung berichtet.
Der Grund: Die Eigentümerin der Liegenschaft, die Anlagestiftung Swiss Finance and Property Group (SFP), will das Gebäude kernsanieren. Genauso wie den angrenzenden Nachbarbau und die Immobilie an der nahegelegenen Körnerstrasse 10. Die Parzellen sollen für einen Ersatzneubau zusammengeführt werden, um an «bester Wohnlage im beliebten Kreis 4 in Zürich dringenden Wohnraum» zu schaffen.
Zwei weitere Geschäfte müssen dichtmachen
Im Erdgeschoss befinden sich neben der Lupo-Bar auch der Momo-Take-away Roots of Himalaya und der Vintage-Laden Love at the Bus Stop. Auch sie müssen im Herbst weichen.
Sacchi, der die Bar Anfang 2022 zusammen mit den Gastronomen Armin Azadpour und Patrick Schindler ins Leben rief, sagt dazu gegenüber Blick: «Wir bedauern, dass es jetzt ein Ende hat.» Die Bar hat sich nach der Gründung schnell einen Namen gemacht, 2023 wurde sie vom Branchenmagazin GaultMillau mit dem Preis «POP des Jahres» ausgezeichnet. Die Schliessung bedeute nun einen finanziellen Verlust, so Sacchi – das Lupo-Team müsse schweren Herzens aufgelöst werden.
Wegen der Umsatzeinbussen macht er sich aber keine grossen Sorgen. Der Zürcher betreibt neben dem Lupo auch die Bar Sacchi im hochfrequentierten Ausgehviertel Lochergut.
Betreiber wollen umziehen – Suche gestaltet sich schwierig
Und wie geht es mit der beliebten Bar nun weiter? Sacchi ist zurzeit mit seinen beiden Geschäftspartnern auf der Suche nach einer neuen Lokalität. Fündig geworden seien sie noch nicht, erzählt er. Die Suche beschreibt er als «herausfordernd»: «Die Mieten steigen, Übernahmen werden teurer und geeignete Lokale für die Gastronomie rarer», so Sacchi. Auch Bewilligungen zu erhalten – gerade in Wohnquartieren – werde immer schwieriger.
Trotzdem bleibt Sacchi optimistisch: «Wenn sich eine Tür schliesst, öffnet sich bekanntlich eine neue», sagt er im Gespräch. Es gebe immer versteckte Immobilienjuwelen, die es nur gelte, ausfindig zu machen. Bei der Suche setze er sich darum bewusst keine starren Regeln. Vielmehr müssten der Ort und das Bauchgefühl stimmen.
Auch ein Wiedereinzug in die fertig sanierte Liegenschaft sei möglich, erklärt Sacchi. Derzeit befinde man sich mit der SFP dazu im Gespräch. «Da wir aber nicht wissen, wie lange die Sanierungsarbeiten genau dauern werden, steht das noch in den Sternen», sagt der Unternehmer. Aktuell fokussiere sich das Trio voll und ganz auf die letzte Saison – «um dem Lupo einen gebührenden und ehrenvollen Abschied zu bereiten».