Darum gehts
- ETH Zürich und EPFL Lausanne verzeichnen mehr Bewerbungen aus den USA
- US-Bewerbungen stiegen 2025 um 46 Prozent (ETH) und 60 Prozenz (EPFL)
- Studienkosten in den USA bis zu 90'000 Dollar pro Jahr
Schweizer Universitäten sind bei amerikanischen Studierenden hoch im Kurs – vor allem wenn es sich um Spitzenhochschulen wie etwa die ETH in Zürich oder die EPFL handelt. Dies zeigen Recherchen der «SonntagsZeitung». Die beiden Topinstitute haben deutlich mehr Bewerbungen aus den USA verzeichnet.
An der ETH Zürich hätten sich im vergangenen Jahr 680 Personen aus den Vereinigten Staaten um einen Masterstudienplatz beworben, was einer Zunahme von 46 Prozent entspreche. 123 Studierende mit vorherigem Studium in den USA hätten tatsächlich einen Master begonnen. Auch an der EPFL seien die Bewerbungen aus Amerika um 60 Prozent gestiegen. Als Gründe würden von Studierenden die Politik von US-Präsident Donald Trump sowie hohe Studienkosten in den USA genannt. «Die politische Situation in den USA bringt viele Studenten dazu, überhaupt über ein Studium ausserhalb der USA nachzudenken», sagte ein in Genf immatrikulierter Amerikaner zur Zeitung.
Studium in der Schweiz günstiger
Doch dies ist nicht der einzige Grund – auch wenn die zweite Begründung gerade in der teueren Schweiz überrascht: «Es mag verrückt klingen, aber ich spare mit einem Studium in Genf Geld und bekomme dafür erst noch eine bessere Bildung.» Der Amerikaner verweist darauf, dass in Genf der ÖV für Unter-25-jährige gratis sei und es in der Rhonestadt kein Auto brauche. Zudem wohnt er in einer subventionierten Studentenwohnung. Ein Studienjahr in den USA koste dagegen rasch 90'000 Dollar.
Doch nicht nur Studierende zieht es in die Schweiz, auch immer mehr Top-Akademiker und Professorinnen bevorzugen Schweizer Hochschulen und Universitäten. So wie zum Beispiel die Architekturhistorikerin Cammy Brothers, die im Frühling an die EPFL wechselt. Sie rechnet damit, dass vor allem viele europäische Professoren über eine Rückkehr aus den USA nachdenken. «Die Stimmung an US-Universitäten ist entmutigend. Der Druck kommt von allen Seiten. Ich habe viele Kollegen an Topuniversitäten, die massiv sparen und die Zahl der Doktorandenstellen reduzieren müssen.»
Und diese Professoren und Top-Wissenschafter dürften dann auch noch mehr Studierende aus den USA anziehen.