Es war eine Panne im dümmsten Moment! Auf dem Weg ans Weltwirtschaftsforum in Davos GR passierte es: Donald Trumps (79) Air Force One musste wegen eines elektrischen Problems über dem Atlantik umkehren. Der Präsident stieg notgedrungen auf eine kleinere Boeing 757 um. Das Flugzeug ist normalerweise für Vize J.D. Vance (41) bestimmt. Die Panne lieferte Trump genau das Argument, das er braucht, um möglichst schnell auf die von Katar geschenkte Boeing 747 umzusteigen.
Deshalb wird deren Umbau jetzt vorangetrieben, wie das amerikanische Air&Space Forces Magazine berichtet. Die US-Luftwaffe will die neue Air Force One offenbar schon im Sommer einsetzen. Offiziell heisst der Jumbo «VC-25 bridge aircraft». Denn er ist ein Übergangsflugzeug, bis die zwei neuen Präsidentenmaschinen von Boeing endlich geliefert werden. Die haben bereits vier Jahre Verspätung und kommen frühestens 2028. Für Trump eindeutig zu spät. Dann neigt sich seine zweite Präsidentschaft bereits dem Ende zu. Trump will den Flieger aber möglichst schnell.
Wirklich nur 400 Millionen Dollar?
Seit Monaten treibt die Air Force den Umbau der katarischen Boeing 747-8 voran. Kostenpunkt laut Luftwaffenminister: unter 400 Millionen Dollar. In Tat und Wahrheit dürfte der Umbau noch viel mehr kosten. Denn Experten halten diese Zahl für geschönt. Bezahlt wird der Umbau aus Mitteln eines Raketenprogramms – auch das sorgt für Stirnrunzeln. Doch Donald Trump verteidigt seinen «geschenkten Gaul» vehement.
Aviatik-Kenner sind sich einig: Der luxuriöse Innenausbau von Trumps neuem Super-Flieger soll rechtzeitig fertig werden. Allerdings dürften bis zur geplanten Übergabe noch nicht alle sicherheitsrelevanten Systeme installiert sein, wie das Aviatikportal «Aerotelepraph» berichtet. Und das sorgt in Washington für Unruhe. Im Kongress warnen Politiker bereits vor einem Sicherheitsrisiko. Die Air Force One sei nicht irgendein Regierungsflugzeug, sondern müsse im Ernstfall selbst einen Atomkonflikt überstehen können. Und dazu brauchts spezielle Schutzsysteme, ein System zur Luftbetankung für theoretisch unbegrenzte Reichweite und den sagenumwobenen Operationssaal an Bord. Derlei Spezialausstattungen lassen sich nicht über Nacht einbauen.
14'300 Kilometer Reichweite
Seit 1990 stehen der US-Regierung zwei Boeing-Flugzeuge des Typs 747-200B zur Verfügung. Sie sind in die Jahre gekommen und pannenanfällig. Trumps neue Boeing 747-8 unterscheidet sich in einigen technischen Eigenschaften deutlich von der 747-200. Vor allem die Reichweite ist beeindruckend. So fliegt die 747-8 gemäss Hersteller 14’300 Kilometer weit. Demnach kann das Flugzeug ohne Zwischenlandung von Washington nach Hongkong fliegen. Das schafft die 747-200 mit einer Reichweite von 12’500 Kilometern nicht.
Allerdings hat die Boeing 747-8 auch einen deutlich grösseren Tank als die 747-200. Dieser fasst über 40’000 Liter mehr Treibstoff. Dabei hat die Boeing 747-8 auch ein höheres maximales Startgewicht. Dieses liegt bei etwa 448 Tonnen. Die Boeing 747-200 hat hingegen nur ein maximales Startgewicht von rund 378 Tonnen. In der Reisegeschwindigkeit unterscheiden sich beide Maschinen unterdessen kaum. Beide erreichen etwas mehr als 1000 Kilometer pro Stunde. So kommt die 747-200 auf eine Reisegeschwindigkeit von Mach 0,84 und die 747-8 auf Mach 0,86. Gut möglich, dass Trump so noch schneller ans WEF 2027 kommt als dieses Jahr.