Darum gehts
In Autofabriken sind sie Standard: Roboter, die sich flink bewegen und die Effizienz in der Produktion steigern. Ein Schweizer will das Konzept auf Pizzerien übertragen: Jean-Marc Brunschwig plant, mit seinem Unternehmen Pazzi das Geschäft mit Take-away-Pizzen aufzumischen.
Die Kundschaft kann dem voll automatisierten Ablauf zuschauen. Erst bringt eine Maschine den Teig in Form, dann übernehmen hinter Glasscheiben die Roboterarme: Tomatensauce verteilen, den Teig mit schockgefrorenen Zutaten belegen und ab in den Ofen. Auch das Zuschneiden und das Verpacken passieren ohne Menschen. Einzig der Teig wird vorher frisch von Hand zubereitet, wie Brunschwig betont. Schon bald soll das Präsentationsvideo Realität werden: «Anfang Februar eröffnen wir das erste Pazzi-Geschäft in Madrid», sagt der 65-Jährige, der einst über die Geschicke der Luxusmodehäuser des Familienunternehmens Bongénie mitbestimmte. 2016 verkaufte er seine Anteile und betätigte sich seither unter anderem im Immobiliengeschäft.
Nun will er mit Robo-Pizzen durchstarten. Die Expansion soll dank einem Master-Franchisemodell rasch vorankommen. «Das Ziel ist es, rund 1000 Pazzi in fünf Jahren aufzumachen», sagt Brunschwig. «Wir haben bereits einen Vertrag mit einem Franchisenehmer in Saudi-Arabien unterzeichnet.» 2026 werde eine Filiale in Riad eröffnet, und weitere im Land folgen. Auch in Zürich soll 2026 ein Standort öffnen. Man sei in Gesprächen mit Partnern in vielen europäischen Ländern. In Deutschland sind die Verhandlungen weit fortgeschritten. Brunschwig besitzt Pazzi – auf Deutsch «verrückt» – gemeinsam mit dem Ex-Banker und Investor Laurent Zmiro. Sie haben das von einem französischen Ingenieur gegründete Unternehmen Ende 2022 übernommen. Zuvor hatte es bereits zwei Pazzi-Restaurants in Paris gegeben, allerdings war dieses Konzept zu wenig skalierbar, die Standorte wurden geschlossen.
Das neue Format setzt voll auf Take-away und soll dank Franchisekonzept funktionieren. Die Einrichtung inklusive Roboter kostet rund 900’000 Euro pro Standort. Dafür sparen die Betreiber bei Personalkosten. Das soll die Pizzapreise tief halten. Und natürlich soll auch der Geschmack überzeugen. Das Rezept für den Teig stammt von Thierry Graffagnino, der schon den Titel als Pizzaweltmeister gewonnen hat.