Darum gehts
- 48 Prozent der Schweizer bezeichnen sich als übergewichtig laut Umfrage
- Nur ein Viertel setzt ihr Ernährungswissen im Alltag um
- Schweizer treiben 4 Stunden Sport pro Woche, 42 Minuten mehr als 2024
Die Schweizer Bevölkerung wird immer dicker! Das ist schlecht für die Gesundheit. Und fürs Portemonnaie, weil die Gesundheitskosten steigen und steigen. Denn die Zahl der übergewichtigen Menschen in der Schweiz entwickelt sich zunehmend zu einer ernsthaften Herausforderung für das Gesundheitswesen. Dabei sind viele durchaus selbstkritisch: Fast die Hälfte der Bevölkerung (48 Prozent) bezeichnet sich in einer Umfrage des Umfrageinstituts GfK im Auftrag der Groupe Mutuel als leicht bis stark übergewichtig. Damit sind die Befragten selbstkritischer als nötig: Laut offiziellen Zahlen sind etwas mehr als 40 Prozent aller Menschen in unserem Land übergewichtig.
Das Problem nehmen sie aber nicht einfach so hin. 61 Prozent der Befragten haben 2025 versucht, abzunehmen. Fast ein Fünftel hat dafür sogar drei oder mehr Anläufe unternommen. Am häufigsten setzten sie dabei auf eine Umstellung ihrer Ernährung oder auf Sport. Das eigene Wissen darüber wird von fast allen Befragten als sehr gross eingeschätzt. 90 Prozent fühlen sich sehr gut bis eher gut informiert. Und doch: Bei der Umsetzung im Alltag hapert es gewaltig: Nur etwa einem Viertel gelingt es, dieses Wissen im Alltag regelmässig oder stets umzusetzen. Die überflüssigen Pfunde bleiben.
Vier Stunden Sport pro Woche
Dabei ist die Schweizer Bevölkerung in Sachen Sport gut unterwegs. Oder sind die Befragten nicht ganz ehrlich? Im Durchschnitt betreiben Schweizerinnen und Schweizer laut der Groupe-Mutuel-Umfrage nämlich vier Stunden Sport pro Woche. Im Vergleich zum Vorjahr hat dieser Wert gar um 42 Minuten zugenommen. Ein Fünftel treibt gar keinen Sport – besonders Frauen, ältere Personen und Personen aus der lateinischen Schweiz. Den Unsportlichen fehlt es vor allem an Zeit (51 Prozent) und an der nötigen Motivation (47 Prozent).
Erfreulich: Trotz zusätzlicher Kilos fühlen sich viele der Befragten gesund. 61 Prozent schätzen ihre körperliche Verfassung als gut oder sehr gut ein, mental geht es sogar 66 Prozent gut.
Junge fragen KI nach Ernährungstipps
Tipps zu Bewegung und Ernährung suchen Herr und Frau Schweizer vor allem im Internet oder im persönlichen Umfeld. Nur ein Drittel wendet sich hierfür an Fachpersonen wie Fitnesstrainer oder Ernährungsberaterinnen. Besonders bei Jungen ist auch die Recherche in den sozialen Netzwerken sowie bei Influencern, über Apps und KI beliebt.
Die Schuld für lästige und ungesunde Pölsterchen suchen die meisten bei sich selbst. Für 77 Prozent der Befragten ist klar: Jeder und jede ist selbst dafür verantwortlich, Übergewicht zu vermeiden. 45 Prozent fordern, dass die Lebensmittelindustrie in die Pflicht genommen werden muss. Vor allem bei Kindern braucht es laut der Umfrage mehr Angebote wie gesunde Ernährung in Schulen und Kitas sowie die Unterstützung der Eltern.