Trick für günstigere Wohnung
So kannst du als Mieter vom fetten Verweilbonus profitieren

Langzeitmieter zahlen bis zu 90 Prozent weniger als Neumieter, zeigt eine ZKB-Studie. Während Angebotsmieten in fünf Jahren um 25 Prozent stiegen, blieben Bestandsmieten fast stabil. Neumieter sind aber nicht immer die Dummen. Wer clever sucht, zahlt weniger Miete.
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Wer in der Schweiz umzieht, ist meist der Dumme. Er zahlt deutlich mehr, als der Vormieter.
Foto: Joerg Axel Fischer / VISUM

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Mieten in Zürich stiegen seit 2021 um 25 %, Bestandsmieten nur 7
  • Langzeitmieter sparen bis zu 90 %, Neumieter zahlen massiv mehr
  • ZKB: 67 % des Verweilbonus bleibt oft bei Mieterwechsel erhalten
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Patrik BergerRedaktor Wirtschaft

Wer in der Schweiz schon lange in derselben Wohnung lebt, hat Glück. Denn langjährige Mieter zahlen meist massiv weniger als Leute, die heute neu eine vergleichbare Wohnung suchen. Dieser «Verweilbonus» schenkt Monat für Monat so richtig ein. Und er wird immer grösser, wie eine neue Studie der Zürcher Kantonalbank ZKB zeigt. 

Denn während Mieten bestehender Mietverhältnisse (Bestandsmieten) stabil bleiben, explodieren die Angebotsmieten, also die Preise für neu ausgeschriebene Wohnungen. Die Zahlen sind eindrücklich. Und sie machen manch Wohnungssuchendem Angst: Im Kanton Zürich legten die Angebotsmieten in den letzten fünf Jahren um fast 25 Prozent zu. Die Mieten in bestehenden Verträgen stiegen dagegen nur um sieben Prozent.

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Miete bis zu 90 Prozent tiefer

Das heisst: Sesshafte Mieter sparen viel Geld, während Umzugswillige die Zeche zahlen. Schweizweit berappen Neumieter inzwischen 21 Prozent mehr. Besonders krass ist die Lage in den Städten. In Zürich zahlen neue Bewohner einen Drittel mehr als langjährige Mieter. In Genf zahlen Neumieter im Durchschnitt gar 58 Prozent mehr als bestehende Mieter.

Besonders profitabel wird das Verweilen in der Wohnung für Langzeitmieter. Nach zehn Jahren in derselben Bleibe beträgt der Verweilbonus bereits rund ein Viertel der Nettomiete. Wer jahrzehntelang bleibt, zahlt teilweise fast 90 Prozent weniger, als für vergleichbare Wohnungen auf dem heutigen Markt verlangt wird. Die Folge: Ein Verbleib in den aktuellen vier Wänden ist lukrativer, viele ziehen nicht mehr um, obwohl sie etwa gar keine grosse Wohnung mehr brauchen.

Verweilbonus ist nicht immer futsch

Sind Neumieter also immer die Dummen? Nicht unbedingt! Denn die Studie der ZKB zeigt: Selbst bei einem Mieterwechsel verschwindet der Bonus oft nicht vollständig. Der Verweilbonus wird teilweise «vererbt». Laut ZKB wird die Miete bei vielen Wohnungswechseln nur moderat erhöht – manchmal sogar gar nicht. Besonders nach kurzen Mietverhältnissen bleibt die Miete häufig unverändert. Da gehts dem Vermieter primär darum, schnell und ohne grossen Aufwand einen neuen Mieter zu finden.

Das bedeutet: Viele Neumieter starten bereits am Tag null mit einem «Verweilbonus» in die neue Wohnung. Besonders lukrativ sind da Wohnungen mit langjährigen Vormietern. Laut der Auswertung der Bank bleibt selbst dort oft mehr als zwei Drittel des alten Preisvorteils bestehen.

Die ZKB-Studie belegt aber auch: Für Wohnungssuchende wird Vitamin B immer wichtiger. Denn günstige Wohnungen landen oft gar nie auf Immobilienportalen – sondern werden direkt im Freundes- oder Bekanntenkreis weitergegeben. Dort ist die Chance besonders gross, möglichst stark vom Verweilbonus zu profitieren.

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