Darum gehts
- Bali plant 2026 massiv strengere Einreiseregeln
- Ausländische Touristen müssen unter anderem künftig Kontoauszüge der letzten drei Monate vorlegen
- 2025 verzeichnete die Insel in Südostasien einen neuen Besucherrekord
7,05 Millionen ausländische Touristen besuchten vergangenes Jahr die indonesische Urlaubsinsel Bali. Ein neuer Rekord, wie das dortige Tourismusministerium zum Jahresbeginn erklärte. Das passt dem Ferienparadies im Indischen Ozean aber nicht wirklich. Denn die Insel ächzt unter Massen- und Billigtourismus – und will stattdessen auf ein «qualitativ hochwertigeres Tourismusmodell» setzen. Dieses beinhaltet deutlich strengere Kontrollen bei der Einreise, die auch für Schweizer Touristen gelten würden.
Wer oft knapp bei Kasse ist, sollte darum vor der diesjährigen Bali-Reise besser anfangen zu sparen. Denn neben genaueren Überprüfungen der Aufenthaltsdauer und geplanten Aktivitäten will die balinesische Provinzregierung auch Einblick in die Finanzen. So sollen ausländische Touristen bei der Einreise neu Kontoauszüge der letzten drei Monate vorlegen.
Reicht Geld nur für eine Woche, soll man nicht länger bleiben
Balis Gouverneur Wayan Koster (63), der die neue Verordnung zusammen mit dem Tourismusdirektor ausarbeitet, hat kürzlich vor den Medien erklärt: «Ziel ist es, sicherzustellen, dass Touristen, die nach Bali reisen, über ausreichend finanzielle Mittel verfügen. Reicht ihr Geld nur für eine Woche, sollen sie nicht drei Wochen bleiben.» Und weiter: «Der Gesetzesentwurf ist fast fertig und wird in Kürze dem Parlament vorgelegt.» Er gehe davon aus, dass die neuen Massnahmen noch dieses Jahr in Kraft treten.
Die Provinzregierung will nach eigenen Angaben keinen Mindestbetrag festlegen. Vielmehr soll «die erforderliche Höhe der Ersparnisse mit den geplanten Aktivitäten und der Aufenthaltsdauer» übereinstimmen.
So streng sind andere Länder
Das alles bedeutet: Auch Kurzzeittouristen sollen überprüft werden. Damit würden in Bali strengere Regeln als auf nationaler Ebene gelten: Derzeit gibt es bei der Einreise nach Indonesien mit einem 30 Tage gültigen Visum keine generelle Pflicht, Kontoauszüge vorzuzeigen. Anders bei längeren Aufenthalten ab 60 Tagen: Dabei wird oft ein Finanznachweis von rund 1500 bis 2000 Dollar pro Person vorausgesetzt.
Was Bali derzeit plant, gilt in vielen anderen Ländern längst. Darunter in den USA, Mexiko, Japan oder Thailand. Auch die Zoll- und Grenzbehörden im Schengen-Raum – zu dem auch die Schweiz zählt – dürfen bei ausländischen Touristen, die mit einem Visum einreisen, einen Nachweis über ausreichende finanzielle Mittel verlangen. Diesen muss man bei der Visumsbeantragung beilegen. Die konkreten Beträge variieren je nach Land: In Frankreich muss man beispielsweise mit einer bereits gebuchten Unterkunft für jeden Tag rund 65 Euro zur Verfügung haben.
Dasselbe gilt auch für das Vereinigte Königreich. Dort wird als Faustregel mit etwa 100 Pfund pro Tag gerechnet. Interessant: Nach Behördenangaben gehören die Finanzen zu den häufigsten Gründen, warum die Briten Visaanträge ablehnen.