Top Lage, hohe Miete
Aargauer Luxus-Stadthäuser sind ein Ladenhüter – jetzt gibts Rabatt

Vier Townhouses in Baden AG stehen trotz bester Lage und hochwertiger Ausstattung seit Dezember 2025 leer. Die Mieten von 4500 Franken schrecken Interessenten ab – trotz Wohnraumknappheit. Nun locken die Vermieter mit drei Gratismieten.
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Die Townhouses (Bildmitte) stehen in einem ruhigen Quartier in Baden AG.
Foto: Screenshot Homegate

Darum gehts

  • Vier von fünf Luxus-Townhouses in Baden AG bleiben trotz Toplage leer
  • Vermieter bieten 13'500 Franken Rabatt in Form von drei Gratismonaten
  • 4500 Franken Monatsmiete und offene Grundrisse schrecken potenzielle Interessenten ab
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Patrik BergerRedaktor Wirtschaft

Eigentlich müssten diese Stadthäuser in Baden AG längst bewohnt sein! Fast 20 Millionen Franken hat ein UBS-Immobilienfonds in die Überbauung an bester Lage investiert. Entstanden sind fünf luxuriöse Townhouses. Die mehrstöckigen Stadthäuser haben 100 Quadratmeter Wohnfläche, offene Grundrisse, grosse Küchen, eigene Waschmaschine und Tumbler, zwei WCs – sowie Terrassen mit Blick auf die Limmat. Die Lage stimmt: Zwei Gehminuten sind es bis zum Bahnhof. Zürich ist nur einen Katzensprung entfernt.

Aber: Vier der fünf Häuser stehen immer noch leer, wie die «Badener Tagblatt» berichtet. Denn der Preis ist happig, auch für Objekte vor den Toren Zürichs. 4500 Franken im Monat sollen sie kosten. Die Häuser «vereinen die Privatsphäre und Grosszügigkeit eines Reiheneinfamilienhauses mit den Vorteilen einer modernen Mietresidenz», schreibt der Makler in seiner Annonce. «Sie bieten ein Wohnerlebnis, das über eine klassische Mietwohnung hinausgeht.» Seit März 2025 sind sie auf dem Markt. Seit Dezember 2025 eigentlich bezugsbereit.

13'500 Franken Rabatt

Weil sich trotz Wohnraumknappheit keine Schlangen von Interessenten bildet, greifen die Vermarkter nun zu einem Lockmittel: Wer jetzt unterschreibt, der wohnt die ersten drei Monate gratis. Das entspricht einem Rabatt von immerhin 13’500 Franken. «Solche Massnahmen sind üblich, wir reagieren so auf den Markt», sagt UBS-Fondsmanager Samuel Egger zum «Badener Tagblatt». «Ab einem gewissen Preis wird die Luft automatisch dünner», räumt er ein. Denn: «Wer ein grösseres Budget hat, hat auch mehr Auswahl.»

Sind die Häuser nicht einfach zu teuer? Egger winkt ab. Am Mietzins will er nicht rütteln, der orientiere sich an Lage und Markt. Es sei aber nicht im Interesse des Fonds, die Objekte zu lange leer zu lassen. Eines der Townhouses wurde inzwischen aber möbliert, damit sich die Interessenten besser vorstellen können, was möglich ist. Denn nicht jedermann könne etwas mit dem offenen Grundriss und den Schiebetüren anfangen. Klassisch abgetrennte Zimmer gibt es nämlich nicht. Zudem wurde der Makler ausgewechselt.

Lieber Gratismonate als Zinsreduktion

Gratis-Mieten sind ein gängiges Mittel, Ladenhüter an den Mann oder die Frau zu bringen – vor allem in der Provinz. Vermieter setzen jedoch vermehrt auch in Schweizer Grossstädten auf Lockvogelangebote – dort, wo eigentlich Wohnungsmangel herrscht. Das wirft Fragen auf: «In der heutigen Zeit sind solche Angebote überraschend. Wenn jemand mit Gratismonaten wirbt, stimmt vielleicht mit der Wohnung etwas nicht. Ist die Lage nicht attraktiv oder die Miete zu teuer?», sagt Immobilienexperte Donato Scognamiglio zu Blick.

Bei einer zu geringen Nachfrage würde man erwarten, dass die Wohnungsmieten sinken. «Doch das will man als Immobilienbesitzer vermeiden. Sie offerieren lieber Gratismonate, als dass sie den Mietzins reduzieren», so Scognamiglio weiter. Ob das in Baden funktioniert, wird sich weisen.

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