Strandkrieg eskaliert
Sonnenschirm-Debatte erhitzt Küsten von Portugal

Sonnenschirm-Streit in Nazaré: Tagesgäste blockieren den Blick aufs Meer, Badebudenbesitzer toben. Portugals Umweltministerin verteidigt den Zugriff für alle, doch die Wut an der Atlantikküste kocht über.
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Sonnenschirme so weit das Auge reicht: In Portugal lösen sie einen heftigen Streit aus.
Foto: Getty Images/EyeEm

Darum gehts

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  • In Portugal tobt ein Streit um Sonnenschirme an den Stränden.
  • Nur lizenzierte Zonen können private Schirme verbieten, Badebuden-Besitzer sind wütend.
  • Italien: Essen am Strand in Apulien verboten, Sardinien schränkt Schirmnutzung stark ein
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Bernadette HoggRedaktorin Wirtschaft

Hat man mehr Recht am Strand zu sein, wenn man mehr dafür bezahlt? An vielen Stränden Europas sind Sonnenschirm und Sonnenliege schon so teuer, dass sich beinahe ein Zwei-Klassen-System bildet. Jetzt bricht in Portugal entlang der Küste der nächste Krieg aus: Die Badebuden-Besitzerinnen und -Besitzer am Strand von Nazaré an der Atlantikküste sind auf die Tagesgäste mit ihren Sonnenschirmen hässig! Sie könnten von ihren Buden nicht mal mehr das Meer sehen, wie SRF berichtet.

Der Auslöser des Kriegs: Portugals Umweltministerin, Maria da Graça Carvalho. Sie hat klargestellt: Nur an konzessionierten Orten und Sicherheitszonen können Badegäste keinen Sonnenschirm aufstellen. Wenn hingegen nur auf einem Teil des Strands Badebuden oder Sonnenschirme vermietet werden, kann jeder machen, was er will. Das war aber jahrzehntelang der Status quo. Die Badebudenbesitzer sind gar nicht glücklich und wettern gegen die Ministerin. Sie bezahlen schliesslich Geld für ihre Lizenzen!

Strand-Kampf in Italien

Nicht nur in Portugal gibt es Streit um den Strand. In der italienischen Region Apulien wurde kürzlich darüber gestritten, ob Essen an den Strand mitdarf. Die Strandbetreiber finden, dass von zu Hause mitgebrachte geschmierte Sandwiches, selber gekochte Pasta und vorher gekauftes Gemüse oder Obst ihre Strandabschnitte zumüllen. Die Reaktion: Sie verbieten es komplett.

Das nervt wiederum die Badegäste, die nach den hohen Preisen für Sonnenliege und Sonnenschirm nicht auch für das Essen tief in die Tasche greifen wollen. In Italien zahlt man an den meisten Stränden pro Tag zwischen 30 und 50 Euro. Da können die Ferien schnell ganz schön teuer werden.

Sonnenschirme nur für Senioren und Kinder

Auf der italienischen Insel Sardinien sorgte eine neue Regel zu Sonnenschirmen auch für heftige Debatten. Die Regel: Nur Familien mit Kindern unter 10 Jahren und Senioren ab 65 Jahren dürfen einen Sonnenschirm selbst mitbringen. Und wenn, dann auch nur einen einzigen Sonnenschirm.

Die Gemeinde Villasimius rechtfertigt den Entscheid mit dem Naturschutz. Das Küstengebiet sei sehr empfindlich, es müsse vor dem Massentourismus geschützt werden. Kritiker bestreiten das: Sie sagen, die Gemeinde wolle Touristen in die Falle ihrer teuren, gemeindeeigenen Liegestuhlverleihe treiben.

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