Darum gehts
- Der historische Verenahof in Baden AG soll umfassend saniert werden
- Geplant sind betreutes Wohnen, Kulturangebote und öffentlich zugängliche Bereiche
- Kosten von 40 bis 50 Millionen Franken veranschlagt, Baustart unklar
Der Verenahof war einst das Herzstück des Bäderquartiers von Baden AG. Doch seit Jahrzehnten verfallen die drei historischen Luxushotels. Seit 25 bzw. 40 Jahren hat kein Gast mehr eingecheckt. Der historische Gebäudekomplex ist eine Bauruine. Gerüste umgeben das Gebäude, seit Sommer 2023 stehen die Sanierungsarbeiten still. Doch jetzt könnte es plötzlich vorwärtsgehen. Für den historischen Verenahof liegt ein neues Projekt auf dem Tisch.
Die Eigentümerin Verenahof AG arbeitet bereits am Baugesuch, wie sie in einer Medienmitteilung schreibt. In den kommenden 12 Monaten soll es zusammen mit einem Kostenplan ausgearbeitet werden. Geplant ist eine Mischung aus betreutem Wohnen für Seniorinnen und Senioren, kulturellen Angeboten und öffentlich zugänglichen Bereichen. Die Idee: Wohnen, Gesundheit und Geschichte in den drei leer stehenden Gebäuden Verenahof, Bären und Ochsen miteinander verbinden.
Denkmalschutz redet ein Wörtchen mit
Ein wichtiger Schritt ist bereits getan. Anfang Februar unterzeichneten Stadt Baden und Verenahof AG einen verwaltungsrechtlichen Vertrag, der die Grundlage für die Entwicklung des Areals schafft. Das ist nötig, weil das Projekt mit der Bäderzone und den strengen Denkmalvorschriften vereinbar sein muss, heisst es in der Mitteilung. Das ist herausfordernd für die Investoren, macht das ambitionierte Grossprojekt komplizierter und teurer.
Seit 2019 steht der historische Komplex unter nationalem Denkmalschutz. Entsprechend hoch sind die Auflagen. Und doch sollen spektakuläre Räume wie der Elefantensaal wieder zugänglich gemacht werden. Auch das berühmte Zimmer von Schriftsteller Hermann Hesse (1877–1962), der einst in Baden zur Kur weilte, könnte Teil des neuen Konzepts werden.
Investor Schoop wollte investieren
Die Geschichte des Verenahofs ist lang. Mehrere Projekte sind in der Vergangenheit gescheitert. Darunter auch ein spektakulärer Entwurf des Tessiner Stararchitekten Mario Botta (82). Zuletzt hat sich der Aargauer Investor und Immobilienentwickler Christoph Schoop als Retter ins Spiel gebracht. Er kennt sich in der Branche aus und saniert immer wieder historische Gebäude. «Die Historie des Verenahofs begeistert mich. Seit Jahrzehnten durften wir den Unterhalt machen», erklärte er im Gespräch mit Blick. «Wir kennen jede Ecke des Gebäudes. Das ist schon etwas Spezielles.»
Seine Vision: Neben Platz für Kultur- und Kunstschaffende soll es im Verenahof auch Wohnungen und ein Boutique-Hotel geben. Im Untergeschoss, wo sich eine Thermalquelle befindet, soll weiterhin Wellness möglich sein. «Es bleibt eine riesige Herausforderung», meinte Schoop. «Zudem würde es nochmals 40 bis 50 Millionen Franken brauchen.» Der Aargauer wäre auch bereit gewesen, als Co-Investor mitzuwirken. Jetzt ist klar, dass Schoop beim Verenahof leer ausgeht.