Spielzeug-Papst Sandro Küng schiesst scharf gegen die Post
«Das ist ein regelrechter China-Päckli-Bschiss!»

12 Prozent aller Päckli, die in der Schweiz ankommen, stammen aus Asien. Doch es dürfte noch weitaus mehr Post aus China kommen. Sandro Küng vom Spielwaren Verband Schweiz kritisiert den gelben Riesen scharf.
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Die Post hat vergangenes Jahr 237 Millionen Pakete ausgeliefert.
Foto: MICHAEL BUHOLZER

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Post: 11 bis 12 Prozent der 2025 gelieferten 237 Mio. Pakete stammen aus Asien
  • Spielzeug-Experte kritisiert Fokus auf Pakete, Kleinwarensendungen sind stark angestiegen
  • 2023: 15 von 18 getesteten Temu- und Shein-Produkten fielen durch
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Milena KälinRedaktorin Wirtschaft

Ob Schuhe, Elektronikartikel, Kleidung oder Spielwaren: Asiatische Händler wie Temu, Shein oder Aliexpress verkaufen einfach alles und das ultrabillig – und sorgen hierzulande für eine Päckli-Flut aus Asien.

Neuste Zahlen sollen nun erstmals für Entwarnung sorgen: Nur 11 bis 12 Prozent der Pakete, die jedes Jahr in die Schweiz geliefert werden, kommen aus Asien. Die Post lieferte diese Zahlen zuerst der «SonntagsZeitung». «Die wahre Päckli-Flut kommt aus der Schweiz», titel die Zeitung. 2025 lieferte die Post insgesamt 237 Millionen Pakete aus.

Die Schlagzeile löst bei Spielzeug-Papst Sandro Küng (60) grosse Sorgen aus. Er ist Geschäftsführer von Spielwaren Verband Schweiz (SVS), dem über 60 Firmen mit etwa 500 Spielzeugmarken angeschlossen sind. «Aus unserer Sicht ist das ein gefährliches Ablenkungsmanöver der Post kurz vor den entscheidenden Abstimmungen in der Sondersession Ende April», kritisiert Küng. Dann geht es im Nationalrat nämlich gleich um zwei Motionen, die ausländische Onlinehändler in die Mangel nehmen wollen.

Gar keine Päckli, sondern Briefe

Nur die Anzahl Pakete anzuschauen, greift zu kurz: Die meisten Lieferungen von Temu, Shein und Aliexpress kommen gar nicht als Pakete in die Schweiz, sondern als sogenannte Kleinwarensendungen. Damit zählen sie als Briefpost. Das Volumen solcher Kleinwarensendungen aus Asien ist gemäss Marktforscher Gfk zwischen 2022 und 2024 um 126 Prozent gestiegen, schreibt auch die «SonntagsZeitung». Die Post selbst liefert dazu keine Zahlen.

«Das ist, als würde man Äpfel mit Birnen vergleichen», kritisiert Küng scharf. «Das ist ein regelrechter Päckli-Bschiss!» Gemäss dem Geschäftsführer will die Post so ihr lukratives Logistikgeschäft in Asien schützen.

Küng war selbst schon bei einer Führung im Briefzentrum in Schlieren ZH dabei. «Dort kommen gemäss der Post täglich 15 LKW mit Kleinwarensendungen aus Asien an», so Küng. Das seien etwa 100'000 in Plastik verpackte Sendungen. Zu diesen Zahlen konnte sich die Post am Sonntag nicht näher äussern.

Generell weist die Post die Kritik zurück: «Wir wollen einer allfälligen politischen Diskussion nicht vorgreifen. Wenn die Politik handeln will, obliegt das ihrer Verantwortung», so ein Sprecher. Dieser betont, dass die Post alle Sendungen gleichbehandle und Schweizer Versandhändler bei den Tarifen nicht benachteiligt werden. Dabei ist sie nicht der einzige Logistikpartner von Händlern wie Temu in der Schweiz.

Eine Frage der Sicherheit

Gleichzeitig kritisiert Küng: «Schlussendlich geht es uns nicht um die Menge, sondern die Sicherheit». Auch wenn nur 12 Prozent der Pakete aus Asien kommen, waren das 2025 immer noch 26 Millionen Pakete. «Rechnet man die Kleinwarensendungen noch drauf, sind es vermutlich insgesamt viermal so viele», so Küng. Auf Kosten der Sicherheit der Kinder in der Schweiz mache sich die Post so zum «Steigbügelhalter» von Temu, Shein und weiteren Anbietern.

2023 schickte SVS 18 Artikel von Temu und Shein ins Testlabor. 15 Artikel fielen damals durch! Aktuell laufen ebenfalls wieder Tests im Labor – Küng befürchtet jedoch, dass die Resultate ähnlich verheerend ausfallen. Ein Blick auf die Produktrückrufe von Temu zeigt: Kinderspielzeug findet sich gleich mehrmals darunter, etwa ein Dreirad oder ein ferngesteuertes Auto.

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