Erst ein Monat ist seit dem letzten Börsenbeben vergangen. Und jetzt erleben die Märkte wieder stärkere Kurseinbrüche – auch in der Schweiz. Der hiesige Leitindex SMI steht kurz vor Börsenschluss bei über 1,3 Prozent im Minus. Von den 20 Titeln des Index befinden sich nur Givaudan und Sonova im Plus. Der Luxuskonzern Richemont büsst mit knapp 6 Prozent am deutlichsten ein.
In den USA stabilisierte sich derweil die Börse bei Start am Mittwoch. Der Dow Jones erwachte mit einem Plus von 0,2 Prozent. Der technologielastige Nasdaq stürzte am Vortag noch um mehr als 3 Prozent ab, heute startete er bei «nur» 0,7 Prozent im Minus. Die S&P-500-Aktie gibt ebenfalls leicht nach mit einem Minus von 0,2 Prozent.
Spannung vor US-Arbeitsmarktdaten
Trotz der Stabilisierung in Übersee warten die Börsianer gespannt auf die US-Arbeitsmarktdaten, die am Freitag publiziert werden. Die Konjunkturzahlen aus den USA haben Anfang August das Börsenbeben ausgelöst. «Bis zur Veröffentlichung der Daten dürften die Schwankungen hoch bleiben, was die Spekulationen über das Ausmass der möglichen Zinssenkung am 18. September weiter anheizen wird», prognostiziert Roman Przibylla (39), Anlageexperte bei Maverix Securities. An diesem Tag wird die US-Notenbank Fed über die künftigen Zinsen befinden.
Für kommende Woche erwartet der Investment-Experte weniger Kursbewegungen: «Ab Samstag gilt für die FED-Mitglieder eine einwöchige Schweigeperiode, was für etwas Beruhigung sorgen dürfte. Anleger, die auf eine harte Landung der US-Wirtschaft setzen, profitieren derzeit. Ebenfalls dürfte sich die Rotation in defensive Aktien in den kommenden Wochen fortsetzen.»
US-Tech-Branche besonders unter Druck
Die Kursverluste zum Wochenstart an den US-Börsen sind laut Przibylla das Ergebnis einer normalen Konsolidierung, die durch wachsende Konjunktursorgen ausgelöst wurde. Wirtschaftsdaten fürs verarbeitende Gewerbe in China und den USA sind unter den Erwartungen zurückgeblieben. «Dies schürte die Unsicherheit weiter», so der Anlagespezialist.
Insbesondere konjunktursensible Technologiewerte verloren am Dienstag stark. «Das könnte auf eine fortgesetzte Abkehr vom Technologiesektor hindeuten. Besonders der Chip-Sektor scheint aktuell im Fokus der konjunkturellen Ängste der Anleger zu stehen», so Przibylla.
Der Branchenführer Nvidia bekam dies am stärksten zu spüren. Der Computerchip-Hersteller, dessen Papier zurzeit als die wichtigste Aktie der Welt gilt, büsste 9,5 Prozent ein. Konkurrent AMD verlor 7,8 Prozent, Intel 8,8 Prozent.
US-Börsentief zieht auch Asiens Märkte runter
Am Mittwochmorgen gingen auch die Märkte Asiens auf Talfahrt. «Viele asiatische Indizes sind stark technologielastig, insbesondere in Taiwan und Südkorea, weshalb sie den schwachen Vorgaben aus den USA gefolgt sind», erklärt Przibylla.
Besonderes Augenmerk gilt auch Japan, wo es Anfang August zum gekommen ist. Dort verlor der Leitindex Nikkei 3,3 Prozent. Der breiter gefasste Topix notierte in Tokio 2,8 Prozent tiefer. Den Anlegern bereitet Sorgen, dass die japanische Währung Yen erneut Anzeichen einer schnellen Aufwertung gegenüber dem US-Dollar zeigt.