Darum gehts
- Donald Trump nimmt im Januar erneut am WEF in Davos teil
- Rund 800 Amerikaner sind an den Vorbereitungen beteiligt
- Die Sicherheitsmassnahmen für das WEF kosten rund 9 Millionen Franken
Mit der Zusage von Donald Trump (79) im Januar zum dritten Mal am Jahrestreffen des World Economic Forum (WEF) in Davos teilzunehmen, hat sich ein riesiges Räderwerk in Bewegung gesetzt. Schon vor Wochen sind erste Delegationen der Amerikaner im Voraus in der Schweiz gelandet.
Die Sicherheitsbehörden in der Schweiz sind vor zusätzliche Herausforderungen gestellt, wie Walter Schlegel (63), Kommandant Kantonspolizei Graubünden und Sicherheitschef des WEF, im Gespräch mit Blick bestätigt: «Der Bedarf an Personal seitens der Polizei ist bei einem Besuch des US–Präsidenten leicht höher als sonst.»
US-Heli-Kerosin aus Deutschland angeliefert
Was es genau alles braucht, damit der Besuch von Trump reibungslos verläuft, dazu lässt sich niemand so richtig in die Karten blicken. Nur wenige Details sickern durch. Zum Beispiel, dass das Kerosin für die US-Helikopter – und vielleicht auch für das Auftanken des Präsidenten-Flugzeugs Airforce One – direkt von der amerikanischen Luftwaffenbasis Ramstein in Deutschland angeliefert wird. Rund 800 Leute sollen alleine auf amerikanischer Seite in die Vorbereitungen der Visite von Trump involviert sein.
Auch Autos und Hotelzimmer haben die Amerikaner jetzt schon angemietet, um ihre akribischen Sicherheitsvorbereitungen durchzuführen. «Die Amerikaner machen eigene Erkundungen. Auch deshalb bleiben viele über Wochen in der Schweiz», erklärt Schlegel. Ihm ist aber noch etwas anderes wichtig: «Es gilt, saubere Absprachen mit den Leuten vom Secret Service zu treffen und die Zuständigkeiten klar zu definieren. Vier Vorbereitungstreffen haben bereits stattgefunden.»
Hohe Terrorbedrohung für das WEF
Dabei ging es wohl auch um ein besonders heikles Thema: «Die Schweiz bestimmt, wer eine Waffe tragen darf, und vor allem auch an welchen Örtlichkeiten», sagt Schlegel. Das ist keine Schikane, sondern hat einen ganz spezifischen Grund. «Wenn alle Delegationen mit den eigenen Waffen herumlaufen würden, wäre die Situation im Ereignisfall schnell unübersichtlich», erklärt der Kommandant.
Denn neben Trump werden sich noch viele andere hochkarätige Persönlichkeiten im Kongresszentrum tummeln. Da liegt es auf der Hand, dass nicht jeder Personenschützer mit der eigenen Waffe herumläuft – auch wenn das dem einen oder anderen wohl gegen den Strich gehen wird.
Doch Schlegel und seine Leute haben schon mehrfach bewiesen, dass sie die Situation bis jetzt immer unter Kontrolle hatten, was selbst den US-Präsidenten beeindruckt. «Nach seinem ersten Besuch in Davos, hat sich Donald Trump mit einem Schreiben persönlich bei mir bedankt», sagt Schlegel nicht ohne Stolz.
Doch auch ohne Besuch eines US-Präsidenten ist die Terrorgefahr eine ständige Bedrohung für die Sicherheitsleute in Davos. «Schon seit 2015 stufen wir die Terrorbedrohung für das WEF als hoch ein.» Entscheidend ist, dass Schlegel und seine Leute möglichst immer einen Schritt voraus sind.
Drohnen und Demos nicht zu unterschätzen
Das gilt insbesondere auch für die Gefahr durch Drohnen, die einer breiten Öffentlichkeit erst in diesem Jahr durch all die Drohnensichtungen in Europa so richtig bewusstgeworden ist. «Diese Gefahr haben wir seit Jahren auf dem Radar. Wir arbeiten ständig daran, unsere Systeme zur Entdeckung und Abwehr von Drohnen zu verbessern», so Schlegel. An verschiedenen Orten sind schon seit Jahren Drohenabwehrsysteme installiert.
Noch besser einstellen müsse man sich auf Einzeltäter und kleinere Gruppen, die Anschläge auch mit einfachen Mitteln verüben könnten. Schlegel zählt dazu auch Selbstmordanschläge.
Fast schon zum Normalbetrieb am WEF gehören Protestaktionen. Diese seien gemäss Schlegel auch in Davos erlaubt, solange der Protest friedlich sei. Allerdings binden unangemeldete Proteste – so wie 2025 von Greenpeace im Kongresszentrum – Polizeikräfte, die vielleicht andernorts gebraucht.
Trump, Terror, Drohnen, Demos: Auf all diese Gefahren sind die Schweizer Sicherheitskräfte und ihr Kommandant Schlegel vorbereitet. Das enorme Sicherheitsdispositiv hat dieses Jahr Kosten von rund 9 Millionen verursacht.
Geld, das auch ausgeben wird, damit möglichst nichts passiert. «Die Sicherheitsmassnahmen zielen auch darauf ab, eine abschreckende Wirkung zu erzielen», so Schlegel. Letzte Details zur Sicherheitslage wird Schlegel am 16. Januar – drei Tage vor dem WEF – an einer Medienkonferenz in Davos bekannt geben.