Seniorin (86) abgezockt
Fiese Handwerker putzen Plattenweg – 20'000 Franken futsch!

Im Raum Winterthur fällt eine 86-Jährige auf einen betrügerischen Handwerker herein. Erst will er ihr nur den Weg zum Haus putzen, dann das halbe Gebäude sanieren. Die Seniorin überweist 20'000 Franken. Das Geld ist futsch. Solche Fälle häufen sich derzeit schweizweit.
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Ein fragwürdiger Handwerker putzt einer Seniorin den Plattenweg – und schwatzt ihr eine Haussanierung auf. (Symbolbild)
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Senioren in Zürich und Basel Opfer von Abzock-Handwerkern, Polizei ermittelt
  • Ein fieser Handwerker verlangte 120'000 Franken für Fassaden- und Dachsanierungen
  • Zwei Franzosen verhaftet, Opfer überwies 20'000 CHF Anzahlung
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Patrik BergerRedaktor Wirtschaft

Die Geschichte von Andreas W.* (90) aus Oberwil BL schlägt hohe Wellen. Der Senior ist Opfer eines Abzock-Handwerkers geworden, der eines Tages einfach so an seiner Haustüre klingelte. Der Mann wirkt freundlich, spricht Deutsch mit französischem Akzent und behauptet, ein Baselbieter Unternehmen seines Vaters übernommen zu haben. Am Küchentisch schwatzt er W. zuerst eine Fassadensanierung für 39'000 Franken auf. Später renoviert er auch noch das Dach, Fenster und weitere Holzteile. Für noch einmal 81'000 Franken. Die Söhne von W. stoppen das Treiben. Der Handwerker muss sich wegen Wucher vor Gericht verantworten.

Verschiedene weitere Geschädigte melden sich bei Blick. Auffallend: Das Vorgehen der fiesen Handwerker ähnelt sich. Und alle haben sie einen Bezug zum Raum Basel und ins grenznahe Elsass. Wie ein Mann, der eine 86-jährige Hausbesitzerin aus dem Raum Winterthur ZH am Gartentor anspricht. Er macht ihr die Reinigung ihres Plattenwegs schmackhaft – für 2000 Franken in bar. Während er die Platten putzt, macht er die Seniorin auf den «schlechten Zustand» der Hausfassade aufmerksam.

20'000 Franken überwiesen

Man müsse sofort handeln, da die Renovationskosten nur noch dieses Jahr von den Steuern abgezogen werden könnten. Und es habe ja sowieso kein Handwerker Zeit. Er habe jedoch einen Kollegen, der das sofort übernehmen könne. Die Frau lässt sich überreden. Sie unterschreibt ein vorbereitetes Formular. Der Mann fordert eine Anzahlung von 20'000 Franken. Die Überweisung löst sie umgehend telefonisch bei ihrer Hausbank aus – und weg ist das Geld! Schon am nächsten Tag steht das Gerüst. Die Handwerker legen los.

Auch hier stoppen aufmerksame Angehörige die Arbeiten. Sie rufen die Polizei. Jetzt fordern sie die Anzahlung von 20'000 Franken zurück. Sie stellen sich auf den Standpunkt, dass es sich um ein sogenanntes Haustürgeschäft handelt. Sie pochen auf ein Rücktrittsrecht, schalten einen Anwalt ein und leiten eine Betreibung ein. Im Wissen, dass die Erfolgsaussichten gering sind, weil die fragwürdigen Handwerker aus dem Ausland kommen.

Zwei Franzosen verhaftet

Gerade noch Glück hatte Vincenzo D. (46). Der Eigenheimbesitzer aus Bern hat überraschend Besuch bekommen von einem Handwerker. Auch hier: Ein Mann aus dem Raum Basel, französischer Akzent und die Geschichte, die Firma vom Vater übernommen zu haben. «Er versuchte, Aufträge bei uns zu bekommen», sagt er zu Blick. Doch D. wird stutzig. Und schickt den Mann weg. «Wir haben die Vergabe von Aufträgen gestoppt, nachdem uns sein sehr aufdringliches Verhalten und seine teils nicht verhältnismässigen Preise aufgefallen waren», erzählt er.

Gauner scheinen derzeit vor allem im Raum Zürich aktiv zu sein. So bedrohten zuletzt zwei Männer in Nürensdorf ZH einen 84-Jährigen. Sie hatten dem Senior eine Reinigung des Vorplatzes aufgeschwatzt – für 10'000 Franken. Beim Geldeintreiben setzten sie massiven Druck auf. Die Kantonspolizei Zürich konnte einen 34- und einen 53-jährigen Franzosen festnehmen. Die Tatverdächtigen werden nach den polizeilichen Befragungen der Staatsanwaltschaft zugeführt, wo sie sich unter anderem wegen Betrugs und Wuchers zu verantworten haben.

Die Kantonspolizei Zürich rät, die 117 anzurufen, sobald solche vermeintlichen Handwerker auftauchen. Man solle sich von plötzlich auftauchenden Handwerkern nie unter Druck setzen lassen. Keine spontanen Aufträge vergeben und Angebote immer kritisch prüfen. Ähnlich lauten auch die Empfehlungen des Schweizerischen Maler- und Gipserunternehmer-Verbands (SMGV). Er warnt zur Vorsicht, wenn plötzlich ein Handwerker klingelt und günstige Renovationsarbeiten anbietet. «Seriöse Firmen machen das nicht, um ihre Arbeiten anzubieten», heisst es vonseiten des SMGV. Wer eine Offerte trotzdem prüfen will, sollte zuerst recherchieren, ob die Firma tatsächlich existiert und seriös ist.

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