Darum gehts
- Studie zeigt: 75 Prozent der Schweizer halten Bevölkerung für ängstlich
- Männer sind risikofreudiger als Frauen
- 31 Prozent befürchten, dass KI zukünftig die Hälfte ihrer Arbeit ersetzt
Sicherheit zu haben, ist ein gutes Gefühl. Doch in manchen Fällen kann das Bedürfnis nach zu viel Sicherheit auch zu einer Gefahr werden. Schliesslich heisst es nicht umsonst: «Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.» Wie viel Risiko die Schweizer Bevölkerung wagt, dieser Frage ist das Forschungsinstitut Sotomo im Auftrag der Zurich Versicherung Schweiz auf den Grund gegangen.
Für die repräsentative Studie wurden über 1700 Personen in der deutsch- und französischsprachigen Schweiz befragt. Dabei wurden diverse Aspekte der Risikobereitschaft abgefragt. Diese Erkenntnisse stachen dabei heraus:
Männer sind risikofreudiger
Im Vergleich der Geschlechter zeigen sich klare Unterschiede. 56 Prozent der befragten Männer beschreiben sich als mehrheitlich risikofreudig, während 53 Prozent der Frauen sich als mehrheitlich ängstlich bezeichnen. Im Sport gehen Männer sogar knapp doppelt so häufig Risiken ein (23 Prozent) wie Frauen (13 Prozent).
Schweizer Angsthasen
Rund die Hälfte der Befragten schätzt sich selbst als ängstlich (45 Prozent) ein, während die andere Hälfte sich als risikofreudig (47 Prozent) sieht. Wenn es allerdings um das Gesamtbild der Schweizer Bevölkerung geht, ist die Lage eindeutig. 75 Prozent stufen die Bevölkerung als ängstlich ein.
Trauer um verpasste Investments
Im Nachgang bereuen viele allerdings ihre Risikoscheue. «Gerade bei der Geldanlage und bei der Vorsorge kann das Streben nach Sicherheit selbst zum Risiko werden», erklärt Michael Hermann (54), Geschäftsführer von Sotomo und Leiter der Studie. Da es immer anspruchsvoller wird, den finanziellen Lebensstandard auch im Alter zu halten, kann sich zu viel Vorsicht beim Thema Altersvorsorge also auch als echtes Risiko erweisen.
«Wer bei der Vorsorge oder bei Finanzanlagen jedes Risiko meidet, riskiert am Ende genau die finanzielle Sicherheit, die er sich wünscht», meint Hermann. Nur junge Männer (25 Prozent) zeigen sich im Bereich der Finanzanlage im Gegensatz zum Rest der Bevölkerung als risikofreudig.
Risikofreude beim Reisen
Allerdings herrscht nicht in allen Bereichen dieselbe Zurückhaltung. Im Bereich von Reisen und Verkehr ist die Risikobereitschaft der Schweizer klar am höchsten. Für knapp ein Drittel gehören diese Bereiche zu denen, in welchen sie das grösste Risiko eingehen würden.
Auslöser der Unsicherheiten
Die häufigsten Gründe für Unsicherheiten sind finanzielle Schwierigkeiten (45 Prozent) oder Krankheiten beziehungsweise Unfälle (43 Prozent). Für rund ein Drittel der Befragten waren Partnerschaftssorgen bereits einmal Grund für Gefühle von Unsicherheiten. Auch die Entwicklung der künstlichen Intelligenz (KI) am Arbeitsplatz könnte in Zukunft für Unsicherheit sorgen.
Aktuell halten 89 Prozent der Befragten ihren Arbeitsplatz für sicher, doch rund ein Drittel der Erwerbstätigen (31 Prozent) geht davon aus, dass mindestens die Hälfte ihrer aktuellen Arbeit in fünf Jahren durch eine KI übernommen werden könnte. 21 Prozent haben sich aufgrund von KI bereits mit einer beruflichen Neuausrichtung auseinandergesetzt.
Zufriedenheit im Job kein Faktor
Finanzielle Unsicherheit ist auch bei der Wahl des Arbeitsplatzes ein wichtiger Faktor. Etwa jede zweite erwerbstätige Person (52 Prozent) gibt an, schon einmal an einem Arbeitsverhältnis festgehalten zu haben, obwohl sie dort unglücklich gewesen sei.
Mehr Versicherungen als nötig
Für viele sind Versicherungen ein wichtiges Instrument für mehr Sicherheit. Das zeigen auch die Ergebnisse der Studie: 54 Prozent der Schweizer Bevölkerung gehen lieber auf Nummer sicher und schliessen eine Versicherung mehr ab, während 41 Prozent eher darauf verzichten würden. Dabei legen Frauen mit 57 Prozent noch mehr Wert auf diese Art der Absicherung als Männer (49 Prozent).