Rüpelhafte Touristen verrichten Geschäft in Vorgärten
Japan sagt traditionelles Kirschblütenfest am Berg Fuji ab

Die Stadt Fujiyoshida greift zu dieser Massnahme, weil Touristen etwa in Vorgärten urinieren. Das traditionsreiche Fest findet erstmals seit zehn Jahren nicht statt. Anwohner fürchten um ihre Kinder.
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In der Stadt Fujiyoshida in der Präfektur Yamanashi hat man einen spektakulären Blick auf den Fuji.
Foto: Screenshot

Darum gehts

  • Die japanische Stadt Fujiyoshida sagt ihr Kirschblütenfest 2026 ab
  • Zu viele Touristen würden sich respektlos Verhalten und die Sicherheit der Anwohner gefährden
  • Rund 200'000 ausländische Touristen besuchen jährlich Japans Kirschblütenzeit
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Nathalie BennRedaktorin Wirtschaft

In gut einem Monat ist es so weit: Mitte März beginnen im Süden Japans, die berühmten Kirschbäume zu blühen. In der Zeit von März bis Anfang Mai sind Reisen auf die Insel am Pazifik darum besonders eindrücklich – von kleinen Dörfchen bis in die Grossstadtmetropolen zieren die rosa Bäume die Landschaft. Traditionell wird überall im Land auch das Kirschblütenfest – in Japan auch Hanami genannt – gefeiert. Millionen von Menschen nutzen die kurze Zeitspanne, um unter den blühenden Bäumen zu picknicken – darunter auch viele Touristen. Und nicht alle wissen, wie man sich benimmt, berichtet die «Japan Times».

Die Stadt Fujiyoshida in der Präfektur Yamanashi sagt das diesjährige Kirschblütenfest ab. Erstmals seit 10 Jahren findet es nicht statt. Der Grund: Rüpel-Touristen haben das Fass zum Überlaufen gebracht.

Touristen benutzen Vorgärten als Toilette

Der Bürgermeister Shigeru Horiuchi begründete die Entscheidung laut der Zeitung damit, dass «das ruhige Leben der Anwohner bedroht» sei. «Wir haben ein starkes Gefühl der Krise», so Horiuchi. Denn die Anwohner Fujiyoshidas beschweren sich zunehmend über Touristen, die die Umgebung zumüllen oder sogar Hausfriedensbruch begehen. So sei es zu Vorfällen gekommen, in denen Touristen einfach private Haustüren öffnen, um die Toilette zu benutzen.

Klappt das nicht, erleichtern sich einige offenbar in den Vorgärten der Bewohner. Eltern fürchten um die Sicherheit ihrer Kinder, die auf dem Schulweg in Menschenmassen geraten könnten.

Die Behörden planen nun Massnahmen, um die Situation zu entschärfen. Zusätzliche Parkplätze und mobile Toiletten sollen eingerichtet werden. Trotz der Absage des Festivals bleibt der Park, in dem es stattfinden sollte, für Besucher geöffnet. Die Bäume blühen schliesslich so oder so: Also muss sich Fujiyoshida dieses Jahr erneut auf Touristenmassen gefasst machen – auch ohne das traditionelle Hanami.

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