Darum gehts
- Investor Jan Michal plant Mega-Projekt in Splügen GR mit 150 Mio. CHF
- Herzstück: Feriensiedlung mit 500 Betten von Stararchitekten Herzog & de Meuron
- Hotel Speluca bereits eröffnet, 35 Angestellte, 30 Mio. Franken investiert
Der tschechische Investor Jan Michal (63) hat Grosses vor in Splügen GR. Das Bündner Dorf mit 370 Einwohnern hat er auf einer Töff-Tour entdeckt, sich verliebt – und das Portemonnaie geöffnet. 30 Millionen Franken hat er bereits investiert. Und ein historisches Hotel, das zuletzt als Asylunterkunft genutzt wurde, umgebaut und neu eröffnet. Hotel Speluca heisst das Haus. Es hat 33 Zimmer und sechs Appartements mit 115 Betten, einen Seminarraum, einen Saal und eine eigene Brauerei. Mit 35 Angestellten ist das Speluca nach den Bergbahnen der grösste Arbeitgeber im Tal.
Doch das ist erst der Anfang. Der tschechische Investor glaubt an das historische Dorf auf 1457 Metern über Meer am Fusse des Splügenpasses. Und plant nichts weniger als den Befreiungsschlag. Michal will direkt an der Talstation des Skigebiets Splügen-Tambo eine ganze Feriensiedlung mit 500 Betten bauen – vor allem Ferienwohnungen. Bis zu 150 Millionen Franken sollen ins Resort Rheinwald fliessen. Weitere 400 Betten sind geplant. Touristisch würde Splügen dann in einer anderen Liga spielen als heute.
«Wir wollen Arbeitsplätze sichern»
Für den nötigen internationalen Glamour sollen die Basler Stararchitekten Jacques Herzog (75) und Pierre de Meuron (75) sorgen. Die Idee der beiden: Der historische Ortskern von Splügen wird modern gespiegelt. Die Silhouetten der Häuser, die Dachformen und auch das Baumaterial sollen den Stil des Walserdorfs aufgreifen, wie die «Augsburger Allgemeine» berichtet.
Michal arbeitet eng mit Gemeindepräsident Christian Simmen zusammen. Er glaubt ans Megaprojekt. «Ich bin überzeugt, dass wir unsere Nische finden», sagt er der «Augsburger Allgemeinen». Sein übergeordnetes Ziel ist klar. «Letztlich wollen wir hier Arbeitsplätze sichern oder auch mal welche schaffen.» Das sei enorm wichtig «in einer Region, die sonst eher von Abwanderung betroffen ist». Auch für das Skigebiet erhofft er sich neue Impulse. Michal hält bereits 28 Prozent der Aktien der Bergbahnen.
Reiche Investoren machen Schule
Dass sich die enge Zusammenarbeit mit einem ausländischen Investor für eine Berggemeinde auszahlen kann, zeigt nicht nur der Blick nach Andermatt UR, wo der ägyptische Investor Samih Sawiris (69) aus dem verstaubten Militärdorf eine Destination mit internationaler Ausstrahlung gemacht hat. Auch im nur 20 Kilometer entfernten San Bernardino funktioniert das Modell: Der Luganer Unternehmer Stefano Artioli (65) hat das Dorf mit seinen Millioneninvestitionen wieder auf die nationale Tourismuskarte gebracht.