PR-Coup für Sportartikelriesen
Dieser Wegwerfschuh von Adidas verhalf zu neuen Marathon-Rekorden

Der Sieger und die Siegerin des diesjährigen London-Marathon trugen beide ein neues Laufschuh-Modell von Adidas, das noch nicht auf dem Markt ist. Für den deutschen Konzern ist das ein unerwarteter Marketing-Coup. Für den Konkurrenten Nike eine bittere Pille.
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Neuer Weltrekordhalter im Marathon: Sabastian Sawe durchbricht als erster Läufer die magische Zwei-Stunden-Marke.
Foto: AP

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Beim London-Marathon 2026 wurden zwei Weltrekorde aufgestellt
  • Beide trugen den neuen Adidas-Schuh Adizero Adios Pro Evo 3
  • Für Adidas ist es ein kleiner Erfolg an der Börse
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Am London-Marathon wurden gleich zwei neue Weltrekorde aufgestellt: Der Kenianer Sebastian Sawe (30) durchbrach als erster Läufer überhaupt die Zwei-Stunden-Schallmauer und beendete die 42 Kilometer lange Strecke in einer Stunde, 59 Minuten und 30 Sekunden. Bei den Frauen toppte die Äthiopierin Tigst Assefa (29) ihren eigenen bisherigen Rekord mit einer neuen Zeit von 2:15:41. Jubel gab es auch bei Adidas: Beide Sieger trugen denselben Laufschuh des Sportartikelherstellers mit Sitz in Herzogenaurach (D).

Dabei handelte es sich um das Modell Adizero Adios Pro Evo 3, das der Konzern erst wenige Tage zuvor der Öffentlichkeit präsentiert hatte. Der Schuh soll diesen Donnerstag in den Handel kommen – zuerst nur exklusiv in der Adidas-App – und 600 Franken kosten. Die Freude an solchen sogenannten Superschuhen währt für Profisportler aber nur kurz: Die Modelle sind auf maximale Effizienz für eine einzige Marathonstrecke ausgelegt. Dabei werden bewusst Abstriche bei Material und Haltbarkeit gemacht. Heisst: Nach einem Rennen haben sie meist ausgedient.

Erster Laufschuh überhaupt unter 100 Gramm

Was macht den neuen Schuh so besonders? «Der Unterschied zu früheren Modellen ist gewaltig», heisst es auf Anfrage von Blick bei Adidas. So sei die neue Version rund 30 Prozent leichter als der Vorgänger – mit 97 Gramm wiegt ein Schuh weniger als ein Baseball.

Die Sohlen der speziellen Laufschuhe sind jeweils mit Carbon verstärkt, das wie eine Art Feder wirkt: Der Kunststoff speichert Energie beim Aufsetzen und gibt sie beim Abdrücken wieder frei, sodass der Läufer «bei jedem Schritt einen Vortrieb» erhält, erklärt Adidas. Ebenfalls enthalten sie einen speziellen Hightech-Schaum für mehr Bounce.

Bitter für Hauptkonkurrent Nike

Den Durchbruch bei der revolutionären Carbon-Technologie schaffte der Adidas-Erzrivale Nike im Jahr 2016. Schon damals kündigte der US-Konzern an, dass damit ein Marathon unter zwei Stunden geschafft werden könne. Seither wetteifern die beiden Konzerne um den Laufschuh, der das möglich macht. Denn nur dank solcher Hightech-Modelle können Marathonläufer überhaupt neue Rekorde aufstellen. Die Schweizer Lauflegende Viktor Röthlin (51) weiss: «Die Entwicklung bei den Schuhen war in den vergangenen Jahren enorm. Als die ersten Modelle mit Carbon-Einlagen auf den Markt kamen, veränderte das alles.»

Der Siegerschuh von Adidas sei bereits eine neue Generation dieser Technologie, sagt Röthlin zu Blick. Die beiden Rekordläufe haben auch an der Börse Wirkung gezeigt: So notierte die Adidas-Aktie am Montag mit einem Tageshoch von 1,9 Prozent im oberen Drittel des deutschen Index DAX. Dieser ging mit einem leichten Minus von 0,14 Prozent aus dem Handel.

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