Nerven liegen bei Arbeitslosen blank – Seco-Puff eskaliert
Unia muss Schalter mit Sicherheitspersonal schützen

Die Nerven der Arbeitslosen liegen blank, es kommt vermehrt zu aggressiven Zwischenfällen. Darum setzt die Unia an einem Viertel ihrer Standorte vorsorglich Sicherheitspersonal ein. Doch nicht alle Kassen reagieren so.
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Noch immer konnte das Seco rund 75 Millionen Franken an Arbeitslosengeldern nicht auszahlen.
Foto: Keystone

Darum gehts

  • Seit Januar sorgt ein IT-Problem beim Seco für massive Auszahlungsprobleme
  • Ein Viertel der Unia-Standorte werden mit Sicherheitspersonal geschützt
  • Über 15000 Betroffene warten weiterhin auf ihr Arbeitslosengeld in der Schweiz
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Robin WegmüllerRedaktor Wirtschaft

Das IT-Puff beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) raubt vielen Betroffenen weiterhin den Schlaf. Seit der Umstellung auf das neue Auszahlungssystem Anfang Januar kämpfen die Behörden und Arbeitslosenkassen mit technischen Problemen. Noch immer warten mehrere Tausend arbeitslose Schweizerinnen und Schweizer auf ihre Gelder

Gewisse von ihnen leben am Limit, die Nerven liegen blank. Zu spüren bekommen das vor allem die Angestellten im Kundendienst der Arbeitslosenkassen. Immer wieder kommt es zu aggressiven Zwischenfällen. Die Gewerkschaft Unia reagiert. «Wir sind an rund 65 Standorten in der ganzen Schweiz präsent. Aktuell wird bei rund einem Viertel der Standorte Sicherheitspersonal eingesetzt», erklärt Sprecherin Natalie Imboden gegenüber 20 Minuten. «Dies nach Beurteilung der Situation vor Ort, insbesondere an Orten mit besonders vielen Versicherten, welche die Schalter aufsuchen.»

Vorsorglich und vorübergehend

Gemäss der Unia werden die Massnahmen vorsorglich und vorübergehend angewendet. «Bereits mit dem alten System gab es, insbesondere am Telefon, immer wieder Kontakte mit wütendem bis bedrohlichem Inhalt», erklärt Imboden. Das Sicherheitspersonal komme aber erst seit dem 6. Januar zum Einsatz – also seit Beginn des Puffs beim Seco.

Wie 20 Minuten berichtet, schützen aber nicht alle Arbeitslosenkassen ihre Schalter – so etwa die Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich. Das sei nicht nötig, weil mithilfe einer Taskforce ein grosser Teil der Auszahlungen rechtzeitig erfolgt sei.

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