Nach Tod von René Beyer (†61)
Zürcher Traditions-Uhrengeschäft schliesst – 35 Jobs weg

Das Uhrengeschäft Beyer an der Zürcher Bahnhofstrasse ist der älteste Uhrenladen der Welt. Jetzt schliesst er nach 266 Jahren im Dezember. 35 Angestellte verlieren ihren Job. Der Genfer Uhrenhersteller Patek Philippe übernimmt den Standort an bester City-Lage.
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Beyer an der Zürcher Bahnhofstrasse ist der älteste Uhrenladen der Schweiz.
Foto: PD

Darum gehts

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  • Das Uhrengeschäft Beyer in Zürich schliesst Ende 2026, Patek Philippe übernimmt
  • 35 Angestellte verlieren ihre Jobs, 25 werden von Patek Philippe übernommen
  • Beyer, gegründet 1760, war mit 266 Jahren das älteste Uhrengeschäft weltweit
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Patrik BergerRedaktor Wirtschaft

Das Uhrengeschäft Beyer ist einer der bekanntesten Läden der Zürcher Bahnhofstrasse. 1760 gegründet, ist er bei Uhrenliebhabern weit über die Schweiz hinaus bekannt. Kein Wunder: Es ist mit 266 Jahren das älteste Uhrengeschäft der Welt. Jetzt endet diese Geschichte abrupt. Ende Jahr geht der traditionsreiche Laden zu, wie das Unternehmen in einer Mitteilung schreibt. Zuerst hat die «NZZ» darüber berichtet.

Nach dem überraschenden Tod des Zürcher Uhrenkönigs und Patrons René Beyer (†61) im April 2025 hatte seine Schwester Muriel Zahn-Beyer (61) übernommen. Die Geschäftstätigkeit des Uhren- und Schmuckgeschäfts ist normal weitergelaufen. Muriel Zahn-Beyer war schon zuvor kurz als Geschäftsführerin tätig.

Keine Nachfolgeregelung gefunden

Schon zu Lebzeiten hatte sich René Beyer um eine Nachfolge bemüht. Er fand bis zu seinem Tod aber keine langfristige Lösung – auch innerhalb der Familie nicht. Seine Schwester hat nun einen Käufer gefunden. Die Genfer Luxusmarke Patek Philippe übernimmt das Geschäft – und baut den Standort zu einem grossen Flagship-Salon aus. Der Verkaufspreis bleibt geheim. «Die Nachfolgeregelung entspricht dem ausdrücklichen Wunsch von René Beyer», schreibt das Unternehmen heute Dienstag in einer Mitteilung.

35 von total 60 Angestellten verlieren ihren Job an der Bahnhofstrasse. «Es gehört zu meiner unternehmerischen Verantwortung, die betroffenen Mitarbeitenden in dieser Übergangsphase bestmöglich zu unterstützen», so Zahn‑Beyer in der Mitteilung. «Wir kommunizieren frühzeitig, schaffen Zeit für Lösungen und stehen insbesondere bei Härtefällen in der Pflicht, faire Regelungen zu finden.» Immerhin: Patek übernimmt 25 Angestellte.

Offen ist noch die Zukunft des berühmten Uhrenmuseums im Untergeschoss. Dieses bleibt im Besitz der Familie, ein neuer Standort wird gesucht. «Bevorzugt in der Stadt Zürich», so Zahn-Beyer.

Nach acht Generationen ist Schluss

Bis zuletzt war Beyer eines der wenigen Schweizer Uhrengeschäfte, das die beiden Konkurrenzmarken Rolex und Patek Philippe führte. René Beyer hat dem Onlinehandel, der auch das Geschäft mit teuren Uhren auf den Kopf gestellt hat, erfolgreich die Stirn geboten. Indem er den Einkauf im Geschäft an der Bahnhofstrasse zum Erlebnis gemacht hat.

Die Wurzeln von Beyer liegen in Deutschland. Im Jahre 1760 legte Matthäus Beyer in Donaueschingen den Grundstein des Traditionsunternehmens. Sein Enkel Stephan Beyer brachte den Namen und die Firma 1822 ins zürcherische Feuerthalen. 1860 eröffnete sein Sohn im Zürcher Niederdorf das erste Geschäft in der Stadt.

1877 zog die Beyer Chronometrie dann an die Bahnhofstrasse. Zuerst ins Gebäude der damaligen Kreditanstalt am Paradeplatz, 1927 an den heutigen Standort. Ab 1996 leitete René Beyer die Firma in der achten Generation. Wie alle seine Vorgänger war auch er gelernter Uhrmacher. Nun endet die Beyer-Ära in diesem Jahr.

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