Darum gehts
- Winterthurs Gourmetrestaurant Trübli wird verkauft für drei Millionen Franken
- Alex Bindig zieht ins Museum Am Römerholz und übernimmt Café
- Neue Location bietet Fine Dining viermal wöchentlich und Überraschungsmenüs
Für das Gastro-Portal GaultMillau ist das Trübli in Winterthur ZH schlicht «Wintis bestes Lokal». Doch das Restaurant, in dem seit 1875 gegessen und getrunken wird, wird verkauft. Drei Millionen Franken sind auf den einschlägigen Immobilienplattformen ausgerufen. Vom Verkauf direkt betroffen ist der junge Gastronom Alex Bindig (32). Er hatte die Traditionsbeiz übernommen, polierte sie auf und verwandelte sie in eine Gourmetadresse. Mit Erfolg – GaultMillau verlieh dem Trübli zuletzt 16 Punkte, womit es zum bestbewerteten Restaurant der Stadt wurde.
Doch dann gab es Knatsch mit dem Eigentümer wegen einer neuen Küche. Bindig hat sich davon nicht aus dem Konzept bringen lassen. Jetzt ist er auf der Suche nach einem neuen Lokal fündig geworden, wie GaultMillau berichtet. Der mit 16 GaultMillau-Punkten dekorierte Koch zieht mit seinem Team ins Am Römerholz beim Museum der Sammlung Reinhart. Sie zählt zu den bedeutendsten privaten Kunstsammlungen des 20. Jahrhunderts. Bindig übernimmt das Museums-Café und baut es kräftig aus.
Winterthur hat «Mega-Potenzial»
Bisher war es nur ein normales Café. Neu wird hoch über Winterthur an vier Abenden pro Woche unter dem neuen Namen «Reineke» Fine Dining auf höchstem Niveau serviert. «Am Abend gibt es ein Überraschungsmenü wie bisher im Trübli», sagt Bindig zu GaultMillau. Tagsüber setzt er auf französisch inspirierte Bistroküche und Patisserie. Museumsbesucher aus aller Welt – in der Sammlung werden Werke von Edgar Degas, Paul Cézanne und Auguste Renoir gezeigt – können auch einfach nur einen Kaffee trinken.
Dem Trübli trauert Bindig nach, wie er sagte: «Es tut uns megaweh, diese Location verlassen zu müssen.» Er glaubt aber fest an Winterthur, wollte immer in der Eulachstadt bleiben. «Wir haben tolle Gäste, viele warten wochenlang auf einen Tisch», sagt er. Auch wenn die Stadt keine klassische Gourmetdestination sei, habe sie «Mega-Potenzial». Sein Anspruch: «Wir wollen das kulinarische Flaggschiff der Stadt bleiben.»